| 200.Todestag Schillers/Bei Mönter: Christian Quadflieg haucht dem Freiheitsdichter neues Leben ein |
| 02.06.2005 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 40670 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 10 Euro |
Der bekannte Fernseh- und Bühnen-Schauspieler sowie Regisseur Christian Quadflieg ist lange aus dem Schatten seines berühmten Vaters herausgetreten. Jener, Will Quadflieg, gab den „Faust“ in Gustaf Gründgens legendärer Inszenierung des epochalen Goethe-Werkes. Des Sohnes Leidenschaft gilt, wenn es um das große Theater geht, dem zweiten Gestirn am Himmel der Weimarer Klassik. Er ist geradezu ein Fan des literarischen Freiheitskämpfers Friedrich Schiller. Einmal mehr wird er seine Liebe zu dem Dichter, dem die französische Republik nach der Revolution die für Deutsche seltene Ehren-Bürgerschaft angedeihen ließ, am Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Rahmen des KulturFrühlings im Osterather Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Mönter ausleben (Eintritt: zehn Euro). Die Lesung aus Anlass des von so klugen Biographen wie Rüdiger Safranski empfehlenswert gewürdigten 200. Todesjahres Schillers will in Form einer Spuren-Suche, der ohnehin eher rhetorisch gemeinten Frage „Wie tot ist er wirklich?“, auf den Grund gehen.Der Meister zugespitzten politischen Theaters wird dabei in Gedichten und Prosa vorgestellt. Ausschnitte aus den Dramen und Briefen sowie Randnotizen aus dem Leben ergänzen das Programm, das hohen Anspruch, Abwechslung, Überraschendes und gar Humoriges kunstvoll zu verquicken weiß. Als Kostprobe soll hier die Äußerung von Schillers Vater genügen, der seinem Filius, als dieser ihm im Alter von zehn Jahren stolz sein erstes Gedicht zeigte, barsch die Frage „Bischt närrisch worde, Fritz?“ entgegenhielt. Bei älteren Zeitgenossen im Publikum könnten kurz Erinnerungen an eine schulische Vergangenheit aufflackern, in der Lehrer ihre Schüler geradezu manisch „Das Lied von der Glocke“ rezitieren ließen und damit alles andere als Schiller-Werbung betrieben haben dürften. Dabei führt jeder von uns den Dichter auch heute noch fast täglich im Munde. Wer hat dem Zitatenschatz nicht schon Sätze entlehnt wie „Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann“, „Durch diese hohle Gasse muß er kommen“, „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan“ oder „Da werden Weiber zu Hyänen“? Kein anderer deutscher Literat sei so präsent in unserer Alltags-Sprache wie Friedrich Schiller, behauptet Quadflieg. Auch das will er gut nachvollziehbar beweisen. Der „Landarzt“ Christian Quadflieg wird seinem oft aus Unkenntnis verkannten, von manchem als verstaubt und nicht mehr zeitgemäß abgetanen „Patienten“ Friedrich Schiller mit seiner Lesung im Buch- und Kunstkabinett Mönter das verdiente Reifezeugnis, das ihn einst als Hausdichter des liberalen deutschen Bürgertums qualifizierte, sozusagen „updaten“. Immerhin ist der vielseitige Mime, der mit bedeutenden Regisseuren wie Fritz Umgelter, Dieter Wedel, Wolfgang Petersen, Rudolf Noelte und August Everding arbeitete, in diesem Fall nicht nur als Schauspiel-Profi unterwegs, der mit Bravour den Don Carlos, später den Marquis Posa oder auch den Karl Mohr gegeben hat. Er ist des schillernden Meisters Fan. |
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