| Mönter: Feier für den Märchenkönig Genial illustrierter Prachtband zu Andersens 200. Geburtstag |
| 23.05.2005 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 40670 Meerbusch-Osterath Telefon: 02159/3530 Eintritt: 5 Euro |
„In einer Erbsenschote saßen fünf Erbsen, sie waren grün, und die Schote war grün, und so glaubten sie, die ganze Welt sei grün“, heißt es in Hans Christian Andersens „Fünf aus einer Erbsenschote“. Der Prachtband, der zum 200. Geburtstag des einzigartigen Dichters („Die kleine Meerjungfrau“) beim Weinheimer Verlag Beltz & Gelberg erschien, könnte bunter jedoch nicht sein. Reich bebildert sind 43 der wundervollsten Schöpfungen des Dänen darin vereint. Das liebevoll gestaltete Buch wird Montag, 23. Mai, um 19 Uhr (Eintritt: fünf Euro) im Osterather Buch- und Kunstkabinett Mönter zum Jubiläum entsprechend vorgestellt. Sein Herausgeber Hans-Joachim Gelberg, der geniale Kölner Illustrator Nikolaus Heidelbach und die Märchen-Erzählerin Elisabeth Beckmann aus Büderich nähern sich einfühlsam der Vielfalt an Facetten, die das Werk Andersens aufweist, der selbst von sich gesagt hat: „Es war mein Ziel, Dichter für alle Lebensalter zu sein, und Kinder würden mich nicht repräsentieren. Das Naive war nur ein Teil des Märchens, der Humor war das Salz darin“. Spürbar wird, wie der in seinem Leben tief gekränkte, gebürtige Odenser seine leidvollen Erfahrungen so mit seinen Erzählungen verwob, dass sich ihnen schließlich etwas Erkenntnisreiches zueignete.Von Fachleuten bibliophiler Kunst wird dem Buch mit seinem goldgeprägten Umschlag, den ein stolzer Schwan ziert, gar schon „Ewigkeitswert“ bescheinigt. Zurück geht dieser Superlativ auf die zuweilen an Neu-Interpretationen grenzende, detail- und nuancenreiche Bebilderung, die Heidelbach den Märchen hat zuteil werden lassen. Der Illustrator hatte für den Verlag vor zehn Jahren bereits eine Sammlung von Grimmschen Märchen mit Pinsel und Feder geadelt und größte Resonanz erzielt. Nun übertrifft er sich selbst. Die Auseinandersetzung mit Werk und Person Andersens, der von Biographen als krankhaft ängstlicher, misstrauischer, sexuell gehemmter und grotesk naiver Mensch beschrieben wird, ließ ihn Wagnisse eingehen, die ihm auf das Faszinierendste geglückt sind. Dort, wo der Dichter mit großer Emotionalität erzählt, wie im Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“, zeichnet Heidelbach kontrapunktisch und hält Sentimentales aus dem Bild heraus. Während Illustratoren traditionell das erfrierende oder tote Kind darstellen, zeigt er lediglich einen verlassenen Platz an einer Hausmauer; auf die Handlung deuten nur ein paar abgebrannte Streichhölzer hin. Wird Andersen ironisch und satirisch, wie in „Des Kaisers neue Kleider“, wächst jedoch die Lust des Grafikers, sich mit bildnerischer Ironie darauf einzulassen. Den der Lächerlichkeit preisgegebenen Kaiser, der ohne Kleider daherspaziert, enthält er uns vor und blickt stattdessen in die Gesichter bornierter Bürger, die dem Spektakel scheinheilig beiwohnen. Eine Nähe zwischen Text und Illustrator entsteht auch, wenn es um „unbeseelte“ Gegenstände geht. Penibelst verleiht Heidelbach ihnen fast magische Präsenz - der Kreisel ist zweifelsohne aus Holz und der Ball aus abgewetztem Leder - und macht so ihr Eigenleben glaubhaft. |
Kontakt: email / Internetadresse |
| Pressefoto: Download |
| Worddatei: Download |
| >zurück |