Mönter: Dr. Eva Gesine Baur
stellt Chopin-Biographie vor
07.06.2010
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5,
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 8 Euro
Fast jeder kennt seine Werke. Wer Frédéric Chopin aber wirklich war, bleibt für die meisten Menschen verborgen. Die Biographie von Dr. Eva Gesine Baur zum 200. Geburtstag des Komponisten zeigt, wie spannend sein Leben, wie widersprüchlich sein Charakter und wie aufregend seine Welt war. Am Montag, 7. Juni stellt die Autorin ihr 564 Seiten starkes Werk mit dem Titel „Chopin oder Die Sehnsucht – Eine Biographie“ im Osterather KulturZentrum Mönter, Kirchplatz 1-5, vor.

Baur ist Kunsthistorikerin und studierte Literaturwissenschaft, Psychologie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaften. Literarische Bekanntheit erlangte sie unter ihrem Pseudonym Lea Singer mit dem Klavierroman „Konzert für die linke Hand“ über den berühmten Pianisten Paul Wittgenstein. Baurs neue Biographie lässt alle wichtigen Stationen in Chopins Leben en detail vor dem geistigen Auge passieren. Ihre besondere Fähigkeit liegt in der Erzeugung atmosphärischer Stimmungsbilder, die den Leser und Zuhörer direkt in die Geschichte hinein nehmen. Faktenreich und detailliert lernt er Chopin als Menschen und Musiker kennen. Die Komposition aus erzählerischen Passagen und Zitaten aus Briefwechseln und anderen Dokumenten vermitteln einen tiefen Einblick in das Leben eines faszinierenden Komponisten.

Als Siebenjähriger komponierte Chopin seine erste Polonaise. Im Jahr danach trat er zum ersten Mal öffentlich auf. Die Polen feierten ihn bald als ihren Mozart. Im Alter von 20 Jahren verließ er seine Heimat, ohne zu ahnen, dass es ein Abschied für immer sein würde, denn der Ausbruch der Novemberrevolution hinderte ihn an der Rückkehr. Mazurken, Polonaisen, Krakowiaks: die Kompositionen verraten Chopins Sehnsucht nach der Vergangenheit.

Chopins wahre Heimat wurde das Klavier. Er widerstand allen Versuchungen, Opern, Symphonien oder Oratorien zu schreiben. Vom Klavier aus eröffnete er sich jede Dimension des Klangs. Als Pianist seiner Kompositionen eroberte er die Pariser Salons und die musikalische Welt seiner Zeit mit leisen Tönen, nicht mit lautem Virtuosentum. Immer behielt er selbst, wie sein Klavierspiel, etwas Vieldeutiges. Das Geheimnis um ihn betörte die Frauen, er aber verweigerte den meisten intime Nähe. Er war befreundet mit Mendelssohn, Schumann, Czerny, Berlioz, Heine, Liszt, Delacroix, lebte mit George Sand und blieb doch ein Einzelgänger. Er wurde vom Adel hofiert und starb im Alter von 39 Jahren völlig verarmt.

Baur eröffnet eine von Klischees befreite Nahsicht auf den Charakter dieses Mannes, der zart und zynisch, verletzbar und verwöhnt, formvollendet und egoistisch, komisch und melancholisch war. Sie nimmt ihre Zuhörer mit auf eine sinnliche Reise nach Warschau und Wien, nach Paris und London, Dresden und Edinburgh und macht die Gesellschaft seiner Zeit gegenwärtig. Es ist ein Porträt einer Epoche und eines ihrer größten Genies – reich an Farben und Detail.

 

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