Mönter: Rupert Neudeck
über die „Kraft Afrikas“
26.04.2010
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5,
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530,
Eintritt: 10 Euro (davon gehen 2 Euro an afrikanische Hilfsprojekte)
Dass die Fußball-WM in diesem Jahr zum ersten Mal in Südafrika stattfindet, ist ganz im Sinne von Rupert Neudeck. Der promovierte Philosoph, Journalist, Menschenrechtler und Lobbyist der Verfolgten dieser Erde macht sich gerne zum Fürsprecher der Afrikaner und hat nicht zuletzt deshalb ein rund 250 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Die Kraft Afrikas – warum der Kontinent noch nicht verloren ist“ verfasst, das er am Montag, 26. April, ab 19 Uhr, im Osterather Kulturzentrum Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath vorstellt.

Der Autor studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Theologie. Er war Jesuit und arbeitete nach seiner Promotion mehrere Jahre als Journalist. Weltweit bekannt wurde Neudeck im Jahre 1979, als er auf dem Chinesischen Meer tausende vietnamesische Flüchtlinge mit dem Rettungsschiff Cap Anamur vor dem Tod bewahrte und daraufhin das gleichnamige Hilfskomitee gründete, das sich bis heute weltweit für Flüchtlinge einsetzt. Neudeck erhielt im Laufe der Zeit zahlreiche Auszeichnungen und gilt als Vertreter einer radikalen Humanität.

Immer wieder machte Neudeck in der Vergangenheit auf die Missstände in Afrika aufmerksam. Denn während andere einst zur „Dritten Welt“ gehörende Länder in den vergangenen Jahrzehnten an Wohlstand gewonnen haben, scheint die Mehrzahl der Staaten Afrikas trotz westlicher Entwicklungshilfe immer weiter zurückzufallen. Mit viel Empathie für die Betroffenen analysiert Neudeck in seinem neuesten Werk die Hintergründe der aktuellen Situation, berichtet von seinen eigenen Erfahrungen und fordert eine andere Afrika-Politik, die auf Eigeninitiative von unten statt auf Entwicklung von oben setzt.

„Afrika hat vieles, was wir in Europa als Entlastung und Ausgleich brauchen: Öl und wichtige Rohstoffe im Überfluss, eine wunderschöne Natur, gute landwirtschaftliche Produkte und viel Sonne und Wind für alternative Energien“, sagt Neudeck. Zudem besitze es zahlreiche, ehrgeizige Menschen, die ihre Situation verbessern wollen. Aber der Kontinent sei eben auch belastet durch das Erbe von Kolonialismus und Sklaverei und durch die Misswirtschaft der meisten afrikanischen Regierungen.

Das Fehlen verantwortlicher politischer Eliten ist für Neudeck die wichtigste Ursache der afrikanischen Misere, aber auch die westliche Entwicklungspolitik sei reformbedürftig. Der 70-Jährige kennt die Probleme der humanitären Hilfe seit vielen Jahren aus eigener Anschauung und spart nicht mit Kritik an der Selbstbezogenheit vieler Hilfsorganisationen. Vor allem aber plädiert er dafür, endlich den kolonialen Blick abzulegen und mehr Vertrauen in die „Kraft Afrikas“ zu haben.

 

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