| Mönter: Böllinger trägt Jahreszeiten-Gedichte vor |
| 23.04.2010 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Mönter Kirchplatz 1-5, Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530, Eintritt: 5,- |
Ein kleines Jubiläum feiert Johannes Böllinger, wenn er am Freitag, 23. April, ab 19 Uhr in das Osterather Kulturzentrum Mönter am Kirchplatz 1-5 kommt. Zum zehnten Mal ist der Rezitator aus Mönchengladbach im Buch- und Kunstkabinett zu Gast, um dort seine Gedichte vorzutragen. Diesmal drehen sich die Werke von Rainer Maria Rilke, Friedrich Hölderlin, Heinrich Heine, Stefan George, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Hilde Domin und anderen allesamt um den Themenkomplex „Vier Jahreszeiten“. Das Werden des Frühlings, die Fülle des Sommers, das Vergilben im Herbst und die einsamen Stunden im Winter – zu jedem der vier Jahreszeiten hat sich Böllinger passende Lyrik heraus gesucht. Dabei knüpft er stets die Verbindung zum Menschen, dessen Leben er ebenfalls er in vier Abschnitte einteilt. „In der Poesie steht häufig der Frühling für die Kindheit, der Sommer für die Jugend, der Herbst fürs Erwachsensein und der Winter für das Greisenalter“, erklärt Böllinger. Immer wieder kehrendes Symbol sei der Baum. Die Lebenskraft des Baumes sei zum sinndeutenden Motiv geworden. Seine Leidenschaft für die Lyrik entdeckte Böllinger vor knapp sechs Jahren während eines Dialogs mit einer Schauspielerin. Der Rezitator erfuhr dabei, dass jedem Text ein eigenes, hoch komprimiertes Klangbild innewohnt. Parallel dazu laufe bei der Rezitation eine Art Film ab, der voll vom Text geweckter, an Bildern reicher Assoziation dazu sei. Fasziniert von solcher Tiefe und den Möglichkeiten ihrer nuancenreichen Auslotung und Vermittlung war der ehemalige Pädagoge so interessiert an dem Metier, dass er damit begann, sich auf eigene, systematische und strukturierte Art und Weise deutsche Lyrik anzueignen. Das Entscheidende dabei sei die Ausführung der Gedichte. „Inwendig lernen, auswendig vortragen“ – so lautet Böllingers Motto. Man müsse die Gedichte aus dem Inneren des Herzens an die Zuhörer herantragen, um deren Seele zu berühren. „Mir wurde schon häufiger gesagt, dass mir genau das durch meinen Klang in der Stimme gelingt“, sagt der Pensionär. Inzwischen gehören mehr als 450 Gedichte zu seinem Repertoire. Viele werden nicht mehr dazu kommen. „Es gibt nur noch wenige, die mir liegen oder die kurz genug sind, um sie auswendig zu lernen“, erklärt er. Seine nächsten drei Auftritte bei Mönter sind jedoch schon in Planung. Im September gestaltet er einen Rilke-, im Frühling 2011 einen Goethe-Abend und im Herbst des kommenden Jahres trägt er Gedichte zum Thema „Tag und Nacht“ vor. |
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