| Mönter: Dr. Siemes liest aus „Nachbarschaften und Geselligkeit am Niederrhein“ |
| 19.04.2010 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Mönter Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530, Eintritt: 5,- |
Professor Dr. Helena Siemes stellt am Montag, 19. April ab 19 Uhr im Osterather Kulturzentrum Mönter, Kirchplatz 1-5, ihr neues Buch „Nachbarschaft und Geselligkeit am Niederrhein“ vor. Dazu trägt Gerd Philips fast vergessene Lieder vor, und Willy Dewey wird mit dem alten Sketch „Der Pastor von Reuver“ kaum ein Auge trocken lassen. Liebevoll zusammengestellte Texte und Melodien, typisch niederrheinische Sprüche und jede Menge amüsante Anekdoten versprechen nicht nur für Brauchtumsfreunde einen unterhaltsamen Abend. Dr. Helena Siemes war von 1971 bis 1998 Professorin für Ästhetik und Kommunikation an der katholischen Hochschule NW Aachen. 1989 erhielt sie für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Volkskunde und Mundart den Rheinlandtaler. Seit mehr als 30 Jahren hat die Viersenerin zahlreiche Interviews Spiele, Kinderlieder, Verse, Redensarten, Sprichwörter und Volkslieder gesammelt sowie Brauchtumsberichte aufgezeichnet, beginnend bei der Generation der um die Jahrhundertwende Geborenen. Ihr neues Buch ist als dritter und letzter Band einer Reihe des Vereins für Heimatpflege Viersen nach „Durchs Jahr“ und „Kindheit am Niederrhein“ erschienen. Im Mittelpunkt stehen die nachbarschaftlichen Strukturen am Niederrhein – und wie sie das Leben der Menschen prägten und dies zum Teil immer noch tun. Es geht um die Rolle der Nachbarn bei Hochzeit, Geburt, Sterben und Tod. Die Zuhörer werden Wesentliches über die Regeln für Nachbarschaftshilfe bei Hausbau, Richtfest und Einzug erfahren. Ein Kapitel ist den tradierten Liedern, Vorträgen und Sketchen bei Festen und Feiern gewidmet – hier darf bei fröhlich-frechen Texten über Pfaffen, Holzschuhe, Ziegen und den geliebten „Papp“ gelacht werden. Auch Anekdoten, Schwanklegenden, Rätsel, Spinnstuben- und Kartenspiele kommen nicht zu kurz. „Was ist das: vorne Fleisch, in der Mitte Eisen, hinten wieder Fleisch?“ Die Lösung: ein Pferd vor dem Pflug und dahinter der Bauer. „Mit solchen Denkspielen haben sich die Menschen im vorindustriellen Zeitalter abends die Zeit vertrieben. Es gab ja kein Fernsehen, also wurde Karten gespielt oder gerätselt“, erklärt Siemes. Ein weiteres Kapitel ist den Sektionskreuzen gewidmet, die teilweise auch heute noch zu finden sind. Dort versammelten sich früher die Anwohner, um in der Notzeit zu beten, die Maiandacht zu feiern oder bei Krankheit und Tod eine Lampe anzuzünden. Die Kreuze luden auch Wanderer zum Verweilen ein und zum Dank für überstandene Gefahren. Ein weiteres Kapitel behandelt die „Sprache der Glocken“: Zu großen Festen wurden die Glocken nicht mit großen Seilen geschlagen, und die Menschen unterlegten die bekannten Melodien mit Versen. |
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