Mönter: Chopin & Schumann -
zwei ungleiche Brüder im Geiste
22.03.2010
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett Mönter
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath
Hotline: 02159/3530
Eintritt: 10,-
Robert Schumann und Frédéric Chopin waren zwei gegensätzliche Komponisten-Persönlichkeiten. Auf der einen Seite der deutsche Romantiker, der das Wort ebenso liebte wie die Musik. Auf der anderen Seite der polnische Melancholiker, der den pointierten Witz der ausschweifenden Beschreibung vorzog. Nichtsdestotrotz waren die zwei im gleichen Jahr (1810) geborenen Künstler Brüder im Geiste.

„Beide haben die Romantik auf ihre Weise entscheidend geprägt“, sagt Dr. Wolfram Goertz. Der Musikwissenschaftler und langjährige Kultur-Journalist gastiert anlässlich ihres 200.Geburtstags am Montag, 22. März, ab 19 Uhr im Osterather Kulturzentrum Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath. Goertz wird über das Leben, das Wirken und die Werke der beiden Komponisten berichten, Klangbeispiele geben und auch selbst einige Stücke auf dem Klavier spielen. Nur noch wenige Tickets sind für den Vortrag verfügbar.

Chopin wurde am 1. März 1810 in der Nähe von Warschau geboren, Schumann am 8. Juni in Zwickau. Chopin trat als Kind in den verschiedenen Adelshäusern der Stadt auf. Später reiste er in die Musikmetropolen der Welt, um sich als Pianist zu etablieren und fasste schließlich in Paris Fuß. Schumann musste sich hingegen in Leipzig seinen Wunsch, Pianist zu werden, schwer erkämpfen und scheiterte letztlich. Zugleich bedeutete die Abkehr von der pianistischen Karriere für ihn jedoch eine Erweiterung des kompositorischen Spektrums. Während Chopin Zeit seines Lebens fast ausschließlich für das Klavier komponierte, erschloss Schumann sich nach und nach alle Gattungen.

Dennoch bewunderte er Chopins Schaffen. „Hut ab, ihr Herrn, ein Genie!“ So begrüßte 1831 der seinerzeit 21-Jährige Schumann in seiner Rolle als Musikrezensenten den gleichaltrigen, damals noch kaum bekannten Chopin. „Ja, das ist einmal etwas Vernünftiges. Chopin – ich habe den Namen nie gehört – wer mag er sein?“, fügte Schumann später an.

Engen Kontakt pflegten die beiden Musiker zu Lebzeiten nicht. Doch ihre Bewunderung und die gegenseitige Wertschätzung war immer vorhanden, auch wenn die Unterschiede ihre Gemeinsamkeiten überwogen. In Klavierstil, Satztechnik und Harmonik sprechen beide Komponisten ihre eigene Sprache: Auf der einen Seite die oberstimmenbetonte, melodische Kunst Chopins, auf der anderen Seite Schumanns vielschichtiger, von inneren Stimmen durchzogener Satz; hier die Mischung aus französischer Eleganz und polnischem Nationalbewusstsein, dort eine von der Literatur E.T.A. Hoffmanns und Jean Pauls mitgeprägte, deutsche Kunst.

Wolfram Goertz studierte Musikwissenschaft und Philosophie in Köln und Bochum sowie Kirchenmusik in Aachen. Seit 1989 ist er Musikredakteur der Rheinischen Post, außerdem schreibt er regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung sowie Die Zeit. Für seine Musikkritiken bekam Goertz 1994 den Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf. Außerdem lehrt Goertz Chorleitung, Orchester-Repertoire und Interpretationsanalyse an der Musikhochschule Düsseldorf und ist Mitglied der Jury bei bedeutenden Musikwettbewerben, unter anderem beim Preis der deutschen Schallplattenkritik, beim Landes-Chorwettbewerb des Landesmusikrates NRW und beim Internationalen Düsseldorfer Orgelfestival.

 

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