Mönter: Briefwechsel zwischen Tschechow
und Knipper in einer szenischen Lesung
01.03.2010
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 8,-
Die Ehe zwischen dem russischen Schriftsteller Anton Tschechow und der Schauspielerin Olga Knipper ist eine der außergewöhnlichsten Liebesgeschichten in der Geschichte des Theaters. Durch zahlreiche gegenseitige Briefe ist ihre leidenschaftliche Beziehung auch noch mehr als 100 Jahre nach seinem Tod greifbar. Die beiden Schauspieler Peter Liebaug und Cornelia Schönwald stellen am Montag, 1. März ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath, das innige Verhältnis in einer szenischen Lesung dar.

Tschechow lernte Knipper 1898 im Moskauer Künstlertheater kennen. Damals war sie eine unbekannte Schauspielerin, er bereits ein berühmter Schriftsteller. Seine Tuberkulose-Erkrankung befand sich schon im fortgeschrittenen Stadium. Da Knipper zunehmende Aufgaben ans Moskauer Theater banden, Tschechow aber auf ärztlichen Rat die Winter im wärmeren Jalta verbringen musste, lebten sie lange Zeit getrennt voneinander. Deshalb hatten sie sich geschworen, sich täglich zu schreiben. Meist hielten beide dieses Versprechen ein. So ist es heute möglich, ihre phantasievoll-zärtliche Beziehung an Hand der vielen hundert Briefe, die sie tauschten, nachzuvollziehen.

Die Schauspieler Peter Liebaug als Anton Tschechow und Cornelia Schönwald als dessen Geliebte und spätere Ehefrau Olga Knipper schaffen es, die privaten, intimen Töne sowie die innige und leidenschaftliche Gefühlssprache des Briefwechsels auf die Bühne zu bringen, ohne dabei Verlegenheit zu erwecken. So werden die Besucher Zeuge eines hinreißendes Zwiegesprächs voller leidenschaftlicher Sehnsucht, tiefer Besorgnis, liebevoller Geständnisse, aber auch des Dialogs zweier Künstler, die am selben Werk arbeiten: der eine als Autor, die andere als die größte, sensibelste Protagonistin seiner Stücke.

Die teils komödiantischen Briefpartien und das übermütige Liebesgeplänkel setzen Liebaug und Schönwald so um, dass der Zuschauer von der Atmosphäre der so mitreißenden wie schmerzvollen Liebesgeschichte gefangen genommen wird. Rührend sind vor allem Knippers ständige Selbstvorwürfe darüber, dass sie von ihrem geliebten Theater nicht lassen kann, um für immer bei ihrem kranken Ehemann zu sein. Aber er tröstet sie und schreibt, dass ihn das Schicksal nicht nur „mit Pech und Schwefel“ an sie gebunden, sondern „mit Zement, der mit jedem Tag fester wird.“ Die Beziehung zwischen Tschechow und Knipper dauerte rund fünf Jahre, von April 1899 bis zu Tschechows Tod am 2. Juli 1904. Knipper starb erst 55 Jahre später, sie hat nicht wieder geheiratet.

 

Kontakt: email / Internetadresse

Pressefoto: Download
Worddatei: Download
>zurück