Mönter: Heinrich erzählt Lebensgeschichte
des Märtyrers von Auschwitz
09.02.2010
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 8,-
Der Pelikan gibt sein Blut für seine Nachkommen. Er opfert sich für das, was morgen kommt. Auch Pater Maximilian Kolbe hat sich geopfert, für einen anderen Menschen und dessen Zukunft. Aus diesem Grund hat Walter Heinrich sein neuestes Buch „Die Stunde des Pelikans“ genannt, das er am Dienstag, 9. Februar ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath, vorstellt. Der Autor erzählt darin die erschütternde Geschichte des Maximilian Kolbe, dem „Märtyrer von Auschwitz“, der 1982 von Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde.

Maximilian Kolbe studierte sieben Jahre in Rom, war promovierter Theologe, geweihter Priester und Franziskanermönch. Er war Dozent für Kirchengeschichte in Krakau. Zwischen 1922 und 1939 baute er die Klosterstadt Niepokalanow auf, scharte 800 Mönche um sich und trieb die Zeitschrift „Ritter der Immaculata“ bis zu einer Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren voran. 1939 wurde nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen Niepokalanow besetzt. Die Gestapo verhaftete Kolbe und brachte ihn ins Konzentrationslager Auschwitz.

Dort wurden im Juli 1941 bei einem Appell vor dem KZ-Kommandanten Fritsch zehn Männer ausgesondert, die zur Strafe wegen der Flucht eines Gefangenen in den Hungerbunker eingeschlossen werden sollten. Franz Gajowniczek schrie laut auf und erinnerte unter Tränen an seine beiden Söhne. Kolbe trat hervor und bot sein Leben für das des Familienvaters an. Der Pater wurde in den Hungerbunker gesteckt, tagelang hörten man ihn singen und beten. Nachdem die anderen neun Leidensgenossen bereits verhungert waren, Kolbe aber noch Lebenszeichen von sich gab, verabreichte der Lagerhenker ihm eine tödliche Giftspritze.

Dass Kolbe freiwillig an Stelle eines jungen Familienvaters in den Hungerbunker ging, machte ihn als „Märtyrer von Auschwitz“ berühmt. Jahrzehnte nach seinem Opfergang in Auschwitz setzt Walter Heinrich dem selbstlosen Theologen ein Denkmal. In seinem Buch zeigt der Autor auf, wie es damals wirklich gewesen ist. Er hat es nicht nötig, einen Helden zu schaffen. Mit Sachlichkeit und seriöser Recherche hat er die Lebensgeschichte des Maximilian Kolbe für die Nachwelt aufgeschrieben, damit diese nie vergisst, wie weit Nächstenliebe in letzter Konsequenz gehen kann.

Der Autor wurde 1934 in Teplitz geboren. Nach einem Maschinenbaustudium studierte er darstellende Kunst am Mozarteum in Salzburg. Er war viele Jahre als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur fürs Theater tätig und schrieb für Rundfunk und Fernsehen. 1984 kam der Spielfilm „Das Wagnis des Arnold Janssen“ ins Kino, bei dem Heinrich Regie führte und das Drehbuch schrieb. Auch über das Leben des Maximilian Kolbe wollte er ursprünglich einen Film drehen – tatsächlich wurde ein Roman daraus.

 

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