| Mönter: Lars Brandt und Hans-Peter Riese sprechen über Kunst als Utopie |
| 18.09.2009 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
„Kunst als Utopie, Utopie als Kunst“ – unter diesem Motto diskutieren Lars Brandt, der mittlere der drei Söhne vom ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt, und der frühere Leiter des ARD-Hörfunkstudios in Washington, Hans-Peter Riese, am Freitag, 18. September ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath. Lars Brandt studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie in Bonn. Seit Mitte der 1970er Jahre ist er als freier Künstler tätig und arbeitet an der „Schnittstelle von Bild und Wort“, er macht Filme, Texte und Bilder und arbeitet als Schriftsteller und Autor. Sein Gesprächspartner Hans-Peter Riese studierte in Frankfurt, unter anderem bei Theodor W. Adorno, Philosophie und Soziologie neben Geschichte und Kunstgeschichte. Bereits seit mehr als 40 Jahren gehört er zum Stamm der Kunstkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Neben seiner Tätigkeit als politischer Journalist, unter anderem als Auslandskorrespondent, hat er zahlreiche Aufsätze und Bücher über konstruktive und konkrete Kunst veröffentlicht. Seit rund 100 Jahren existiert Rieses favorisierte Kunstrichtung, die auf mathematischem Denken und geometrischen Formen beruht und der Theo van Doesburg schon in den 20er Jahren den Begriff der „konkreten Kunst“ gab, den Max Bill nach dem Zweiten Weltkrieg für die gesamte Kunstrichtung etablierte. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht „abstrakt“, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keinerlei symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Keine andere Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts übte dabei für Riese einen vergleichbaren Einfluss auf Design und Architektur aus. Sein neues Buch mit dem Titel „Kunst: Konstruktiv/Konkret“, das im Mittelpunkt des Dialogs zwischen ihm und Brandt im Osterather Kulturzentrum steht, zeigt zum ersten Mal die auf der europäischen Philosophie beruhenden Rechtfertigungen für jene Kunstformen, die sich explizit auf die Gesellschaft beziehen. Keine andere Stilrichtung in der Moderne ist in den Selbstzeugnissen der Künstler so intensiv durch theoretische Reflexionen und Anleihen aus der Philosophie abgesichert und überhöht worden wie die Konkrete Kunst. Dies war nicht zuletzt der Versuch, einer im Chaos von Revolutionen und Kriegen versinkenden Welt auch in der Kunst ein Modell der Rationalität entgegenzusetzen und daraus eine neue gesellschaftliche Rolle abzuleiten. |
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