| Ex-Bundesminister Heiner Geißler bei Mönter |
| 28.08.2009 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 12,- |
Heiner Geißler ist das soziale Gewissen der CDU. Der examinierter Philosoph und Volljurist war 13 Jahre lang Landes- und Bundesminister. Er prägte über zwölf Jahre als Generalsekretär die Politik der Christdemokraten wie kaum ein anderer und attackierte dabei die sozial-liberale Bundesregierung auf das Schärfste. Er benannte die neue soziale Frage und half mit, die Union in eine moderne Volkspartei zu verwandeln. Heute gilt sein Einsatz der Humanisierung des Globalisierungsprozesses. So ist der 79-Jährige seit 2007 Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac. Zudem arbeitet Geißler als Publizist und Autor zahlreicher Bücher, beispielsweise des Bestsellers „Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums“. Sein neuestes Werk ist seine Autobiographie „Ou Topos: Suche nach dem Ort, den es geben müsste“, das er am Freitag, 28. August ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath vorstellt. Nur noch wenige Plätze sind frei. Der Eintritt kostet zwölf Euro, zwei davon werden beim Kauf des Buches angerechnet. Der Titel „Ou Topos“ lehnt sich an Thomas Morus’ Werk Utopia an, in dem der Engländer im Spätmittelalter eine gerechte Gesellschaft umrissen hatte. Geißlers heutige Suche nach dem Ort, den es geben müsste, ist großenteils philosophisch, bisweilen politisch. Außerdem gibt der engagierte Querdenker für eine lebenswerte Zukunft gegen Ende seines Essays viel Persönliches preis. „Auf der Erde gibt es Geld wie Heu, es ist nur falsch verteilt. Und Hartz IV ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.“ – diese Äußerungen stammen von Geißler. Das seiner Meinung nach verfehlte Wirtschaftssystem des Kapitalismus will der streitbare Politiker durch eine „Internationale Sozial-Ökologische Marktwirtschaft“ ersetzen – und opponiert damit nicht nur gegen seinen Parteikollegen Friedrich Merz. Auf seiner Suche nach einer gerechten Welt brandmarkt Geißler falsche Menschenbilder, die Ursache schlimmster Verbrechen waren, wozu der Unionsmann die kommunistische Ideologie der Klassen genauso wie den religiösen Fundamentalismus und die Unterdrückung von Frauen zählt. Nationalismus und Rassismus sind ihm zudem aus persönlicher Erfahrung verhasst, denn in seiner Kindheit ermordeten die Nazis die Familie seines „Zigeuner“-Freundes ebenso wie seine jüdische Klavierlehrerin. Bei der persönlichen Sinnsuche führt Geißler vor Augen, wie eng sinnliches und seelisches Glück einerseits sowie Elend und Tod andererseits beieinander liegen. Des Weiteren umreißt der Jesuitenschüler den Unterschied zwischen Gottesliebe und Nächstenliebe – und erklärt den praktischen Gesichtspunkt der Religionen, „ein geordnetes Zusammenleben der Menschen ethisch zu begründen“. Außerdem plädiert er, der 25 Jahre dem Deutschen Bundestag angehörte, für eine „richtig verstandene multikulturelle Gesellschaft“. |
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