| Mönter: Johannes Böllinger rezitiert Liebesgedichte |
| 15.05.2009 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
„Gedichte sind Küsse, die man der Welt gibt“, sagte Johann Wolfgang von Goethe einst. Zahlreiche Küsse dieser Art verteilt der Rezitator Johannes Böllinger seit Jahren im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath. Zweimal jährlich trägt er im Meerbuscher Kulturzentrum Gedichte verschiedener Art vor und erläutert sie kenntnisreich. Am Freitag, 15. Mai ab 19 Uhr ist es wieder so weit. Diesmal wird Böllinger in seiner ihm eigenen Art deutsche Liebesgedichte zum Besten geben. „Dû bist mîn, ich bin dîn: des solt dû gewis sîn, dû bist beslozzen, in mînem herzen. verlorn ist daz slüzzelîn: dû muost immer drinne sîn.“ Diese berühmten Verse wurden Mitte des 12. Jahrhunderts von einem bis heute nicht bekannten Poeten formuliert und gelten als das früheste überlieferte deutsche Liebesgedicht. Es ist nur eines aus dem vielfältigen Repertoire des Rezitators. „Die Liebesthematik ist ausgesprochen reizvoll, die Fülle des durch die Jahrhunderte Geschriebenen riesig“, erklärt Böllinger. Seine Leidenschaft für die Lyrik entdeckte der Mönchengladbacher vor gut vier Jahren während eines Dialogs mit einer Schauspielerin. Das Gespräch handelte im weitesten Sinne vom Auswendig-Lernen von Texten. Böllinger erfuhr dabei, dass jedem Text ein eigenes, hoch komprimiertes Klangbild innewohnt. Parallel dazu laufe bei der Rezitation eine Art Film ab, der voll vom Text geweckter, an Bildern reicher Assoziation dazu sei. Fasziniert von solcher Tiefe und den Möglichkeiten ihrer nuancenreichen Auslotung und Vermittlung war der ehemalige Pädagoge so interessiert an dem ihm geradezu magisch erscheinenden Metier, dass er damit begann, sich auf die ihm eigene, systematische und strukturierte Art und Weise deutsche Lyrik anzueignen. Zunächst habe er 90 Gedichte lernen wollen. Sie umfassten ein Spektrum, das von dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (1170 - 1230) bis zu Dichterfürst Goethe (1749 - 1832) reichte. Doch bald schon weitete sich Böllingers „Begegnung in Gedichten“ mehr und mehr aus. „Ich habe nicht suchen müssen, die Texte sind mir zugeflogen“, erzählt er. Inzwischen kann der Rentner mehr als 400 Gedichte auswendig vortragen. Bis zum Jahr 2012 will er diese Zahl verdoppeln, immer zu je 50 auf Themen oder Dichter bezogene Vorträgen zusammengefasst. |
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