Mönter: Dreiteiliges Literaturseminar
mit Elke Kalb
04.05.2009
17:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Teilnahmegebühr: 25,-

„Die meisten Menschen klagen darüber, dass es in Romanen nicht zugehe wie im wirklichen Leben. Ich klage darüber, dass es im Leben nicht so zugeht wie in den Romanen“, stellte der dänische Philosoph Sören Kierkegaard bereits Anfang des 19. Jahrhunderts fest. Die Welt der Romane und das wirkliche Leben ist ein rätselhafter Zwiespalt, der aber nicht nur berühmte Philosophen sondern auch Rezensenten, Literaturkritiker und ganz gewöhnliche Leser immer wieder beschäftigt und an der Literatur (ver)zweifeln lässt.

Mit der Veranstaltungsreihe „Lesekunst – die Kunst des Lesen“ bietet das Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath Interessierten die Möglichkeit, im Rahmen einer sachkundig geleiteten und moderierten Gesprächsrunde sich intensiver mit den eigenen als auch mit den Leseerfahrungen anderer auseinanderzusetzen und diese literaturkritisch fundiert zu hinterfragen und zu vertiefen. An drei Montagen wird die die Literaturwissenschaftlerin Elke Kalb jeweils für 90 Minuten das Seminar leiten. Los geht’s am Montag, 4. Mai von 17 bis 18.30 Uhr. Zur gleichen Uhrzeit finden am 18. und 25. Mai Teil zwei und drei der Reihe statt. Kalb hat ein Studium der Literaturwissenschaft absolviert und ist seit Jahren als Referentin und Dozentin tätig. Der Schwerpunkt ihrer Vortrags- und Seminarveranstaltungen liegt auf kulturelle Kommunikation, Literatur und Kunstvermittlung.

Im besonderen Fokus steht bei Mönter der Roman „Der Mond und das Mädchen“ von Martin Mosebach. Der 1951 in Frankfurt geborene und in der Mainmetropole lebende Schriftsteller hat bereits ein vielgestaltiges Schaffenswerk hervorgebracht, für das er mit zahlreichen Preisen bedacht wurde, zuletzt mit dem Büchner-Preis im Jahr 2007. Nicht nur seine Romane, auch seine Essays und Zeitungsartikel fordern die Kritik heraus und zeigen Mosebach als einen wachen Zeitgenossen und mündigen Bürger, der sich in die öffentliche Diskussion einmischt und dem die Menschen und die Gesellschaft am Herzen liegen.

Auch der 2007 erschienene Roman „Der Mond und das Mädchen“ erfordert eine Auseinandersetzung und genaue Betrachtung, da eine flüchtige Lesart oftmals kein schlüssiges Erlebnis hinterlässt. Das Buch ist von einer durchgängigen Symbolhaftigkeit getragen, in die Mosebach Fenster zur aktuellen Gegenwart einlässt. Es schildert in 16 Kapiteln Schicksale von am Leben scheiternden und am inneren Zusammenhang der Gesellschaft zweifelnden Menschen der Unterschicht und der bildungsbürgerlichen Schicht in Frankfurt – und dem sich dazwischen vergebens eine Nische suchenden Geldadel. Die persönlichen Lebensläufe der Protagonisten werden mit Reflexionen Mosebachs über Gesellschaft, Religion, Politik und Moral verknüpft.

 

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