| Mönter: Professor Dr. Werner Schmalenbach spricht über seine Begegnungen mit Künstlern und Büchern |
| 16.03.2009 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 8,- |
Werner Schmalenbach gehört zu den bedeutendsten und zugleich umstrittensten Vermittlern moderner Kunst in der deutschen Museumslandschaft der Nachkriegszeit. Der Autor zahlreicher maßgeblicher Kunstbücher redet so leidenschaftlich und verständlich über Kunst wie kaum ein anderer. Ohne Scheu vor Emotionen, allein dem Sehen verpflichtet, hat er immer Unabhängigkeit von den Meinungen anderer bewiesen. Eine Kostprobe seines Könnens liefert er am Montag, 16. März ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath ab, wo der inzwischen 88-Jährige über seine Begegnungen mit Künstlern und Büchern spricht. Da es nur noch wenige freie Plätze gibt, ist eine Anmeldung (Telefon: 02159-3530) unbedingt erforderlich. Der 1920 in Göttingen geborene Schmalenbach lebte von 1932 bis 1955 in Basel, wo er zehn Jahre lang die Ausstellungen des Gewerbemuseums aufbaute. Aus der Schweiz kommend erwarb er sich zwischen 1955 und 1962 als Direktor der Hannoveraner Kestner-Gesellschaft mit zahlreichen Ausstellungen zur modernen Kunst internationale Reputation. Als erster Direktor der wohl ehrgeizigsten Museumsneugründung in Deutschland, der Kunstsammlung NRW, stand Schmalenbach dann von 1962 bis 1990 ständig im Brennpunkt einer weit über die Landesgrenzen reichenden Aufmerksamkeit. Gelang es ihm auch in dieser Zeit, aus dem Nichts heraus eine der weltweit qualitätsvollsten Sammlungen zur Malerei des 20. Jahrhunderts aufzubauen, so musste er sich in den 60er- und 70er-Jahren gegen heftigen Widerstand behaupten. Als viele nach einer „Demokratisierung“ der Museen riefen, wollte er nur eine Elite von Meisterwerken in die Sammlung einziehen lassen. Als viele die Öffnung des Museums zur zeitgenössischen Kunst reklamierte, verteidigte Schmalenbach seine Bedeutung als Ort der Begegnung mit der unwiderstehlichen Macht des singulären Werkes. Statt möglichst viel, wollte er möglichst wenig kaufen: das Allerbeste. Schmalenbach sah sich nie als Bannerträger der Avantgarde, dazu wurzelte er zu sehr in der Generation der Klassiker des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Fernand Leger und Max Ernst. Seine Freunde sind oder waren Antonio Tapies, Emil Schumacher, Konrad Klapheck und Eduardo Chillida. Im Gespräch mit ihnen klärte er seine Entschlüsse für die Ankäufe ab. Am Anfang eines Kunstkaufs stand für ihn nie die Reflexion, sondern die persönliche Betroffenheit. Sein Prinzip: „Ein Bild muss mich überrollen, sprachlos machen.“ |
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