Mönter: Thomas Brandt berichtet
von frühen Bilderlebnissen
02.02.2009
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5,-
Bilder haben Thomas Brandt schon immer fasziniert. „Ich beschäftige mich damit, seit ich denken kann“, sagt der 54-jährige. Egal ob als bildender Künstler, als Kunstlehrer oder als Kunstwissenschaftler, für Brandt stand immer im Vordergrund, was ein Bild vermittelt. In den vergangenen eineinhalb Jahren sprach der gebürtige Bremer mit rund 130 Menschen aus seiner Umgebung. Allen stellte er die gleiche Frage: Ob sie sich rückwirkend an ein Bild aus ihrer Kindheit erinnern, das sie nachhaltig geprägt hat. Etwa ein Drittel der Befragten fiel sofort etwas ein und war bereit, ihm im Detail davon zu berichten. 75 dieser spannenden Alltagsgeschichten hat er nun in einem Buch zusammen gefasst, aus dem er am Montag, 2. Februar, ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, rezitieren wird.

„Es ist die Premiere. Vor Publikum habe ich aus dem druckfrischen Buch noch nicht vorgelesen“, verrät Brandt. Die Zuhörer erwarten mal spannende, mal humorvolle und mal tiefgreifende und unter die Haut gehende Geschichten, die sich von einer halben Seite auf bis zu fünf Seiten erstrecken. Die Personen im Alter von 20 bis 80 Jahren haben Brandt zum Teil sehr persönliche, bewegende Erlebnisse aus ihrer Kindheit erzählt.

Beispielsweise eine Frau, die auf einem Bauernhof aufwuchs. Die Eltern hatten nicht immer die Geduld, um sie in ihren Wünschen und Nöten richtig zu verstehen. Eines Tages erhielt sie ein Kleid, das mit einem Bild von Schneewittchen und den sieben Zwergen versehen war. Immer wenn sie es überzog, fühlte sie sich schön und stark. Warum? Weil sie durch Märchen davon gehört hatte, dass Zwerge nachts das durch Menschen geschaffene Unrecht wieder gut machen. „Das Kleid hat ihr geholfen, sich selbst zu stärken und froh zu stimmen“, sagt Brandt.

Ein vom Pfarrer geschenktes Heiligenbildchen, Baader-Meinhof-Plakate, die Trickfilmfigur Captain Future und ein röhrender Hirsch sind einige der Hauptfiguren in dem entstandenen Lesebuch, dessen knallrotes Titelbild eine Illustration der Künstlerin Heike Kati Barath trägt. „Um Kunsterlebnisse ging es mir weniger. Ich wollte Geschichten aus dem Leben hören“, sagt Brandt. „Als Kind reflektiert man nicht, ob ein Bild wertvoll ist oder nicht. Deshalb fand ich die Idee des frühen Bilderlebnisses so spannend.“

Der heute in Düsseldorf lebende Künstler studierte ab 1973 beim 2004 verstorbenen Bildhauer und Zeichner Erwin Heerich an der Düsseldorfer Kunstakademie. Nach seinem zweiten Staatsexamen 1985 und kurzer Tätigkeit als Lehrer arbeitete er zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, ehe er knapp zwei Jahrzehnte lang die Leitung eines kulturellen Zentrums mit Galerie, Bühne und einer Kunst- und Theaterschule in Neuss übernahm.

 

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