| Mönter: „Piefke und Messdiener“ - Karl Schmalbach berichtet aus seiner Jugend |
| 20.10.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
„Als ov nix jewäss wür“ betitelte Karl Schmalbach ein Buch über seine Jugend im Dritten Reich. In dem Musical „Blaue Blömkes“ erarbeitete er wenig später die Entwicklung des Nationalsozialismus vor Ort und die „Affaire Wand“. Wie war er denn, der rheinische Nationalsozialismus? „Pimpf und Messdiener“ – war das möglich? In einem historisch-persönlichen Vortrag am Montag, 20 Oktober ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath, berichtet Schmalbach aus seiner Jugend. Als „Pimpf und Messdiener“ steckte er in einem unauflösbaren Zwiespalt, der damals vielen seiner Altersgenossen aus dem katholischen Lank-Latum das Leben schwer machte. Zwar erzählt der Träger des Rheinlandtalers auch von geselligen Stunden, aber die unzähligen Schikanen, denen die Jugend im NS-Staat ausgeliefert war, und der Fronteinsatz am 2. März 1945 überwogen eindeutig. In Oppum mussten die Lank-Latumer Jugendlichen, nachdem sie monatelang Panzergräben ausgehoben hatten, gegen die anrückenden Amerikaner kämpfen. Die GIs hatten es nicht schwer, die 16 und 17 Jahre alten Jungen zu überwältigen. Aber „sie waren sehr human zu uns Pimpfen“, erinnert sich der 75-Jährige. Trotzdem seien vier seiner Klassenkameraden in den letzten Kriegstagen gefallen. Schmalbach begann 1970 damit, seine Jugenderlebnisse niederzuschreiben und Auszüge schon 1987 und 1988 im Graatsack veröffentlicht. Den Text des Bühnenstücks „Als ov nix jewäss wür“ hat der gebürtige Latumer seinen Memoiren auf den letzten Seiten hinzugefügt. Noch immer sei die NS- und Nachkriegszeit ein sensibles Thema. Deshalb müsse man auch jetzt noch zwischen den Zeilen lesen, meint der Autor augenzwinkernd. Schmalbach, der 1928 geboren wurde, ist der Gründer des „Lotumer Buretheaters“. Er macht seit mehr als 25 Jahren erfolgreich Rheinisches Volkstheater. Mit mehr als 1000 Aufführungen der Stücke aus seiner Feder hat sich das Theater weit über die Grenzen Meerbuschs einen Namen gemacht. Neben seinen persönlichen Schilderungen wird Schmalbach an dem gemeinsam mit dem Meerbuscher Kulturkreis ausgerichteten Abend auch die Neuerscheinung „Blommer und Holzschneider – zwei Osterather Freunde, die sich nicht gesehen haben“ vorstellen. Die vom Buretheater gesponserte Besonderheit Meerbuscher Heimatgeschichte wird neben Schmalbach von Hans Bock kommentiert. |
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