| Mönter: Dr. Peter Dohms referiert über die Geschichte der Kevelaer-Wallfahrt |
| 13.10.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Seit mehr als 350 Jahren pilgern die Menschen zur Muttergottes von Kevelaer. Das Bild der „Consolatrix Afflictorum“ hat eine der größten Wallfahrtsbewegungen in der Europäischen Sakralgeographie ausgelöst. In einer historischen Lesung am Montag, 13. Oktober ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath, referiert Dr. Peter Dohms über die kirchenpolitischen Ursachen und die Voraussetzungen der Wallfahrt nach Kevelaer. Dohms, ehemaliger Direktor am Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv sowie Dezernent für Öffentlichkeitsarbeit am Landesarchiv Nordrhein-Westfalen und seit vielen Jahren Schriftleiter der Zeitschrift „Der Archivar“, ist mit seinen historischen Lesungen ein wichtiger Bestandteil des Kulturprogramms im Osterather Kulturzentrum. Diesmal schildert die Umstände der ersten Marien-Erscheinungen und betrachtet die Geschichte der Kevelaer-Wallfahrt. Nachdem die Fernwallfahrten nach Jerusalem, Rom und Santiago gegen Ende des Mittelalters an Attraktivität verloren hatten, legte das Spätmittelalter den Grund zur Entwicklung eines vielfältigen Pilgerwesens, wie es zum Teil auch heute noch besteht. „Wichtigste Ursache für das Aufkommen der aufkeimenden Prozessionswallfahrten war die Glaubensspaltung und in ihrer Folge das Konzil von Trient (1545 bis 1563), das im Kampf gegen die protestantischen Christen und für die eigene Erneuerung demonstrativ die Wallfahrten unter dem Banner Mariens einsetzte“, weiß Dohms. Maßgebliche Bedeutung hätten neben Loretto (Italien), Scherpenheuvel (Belgien) und Luxemburg und vor allem auch Kevelaer erlangt. Auslöser der entstehenden Wallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“ sei ein im Jahr 1640 wahrscheinlich in Antwerpen gedrucktes Wallfahrtsbildchen, das im 30-jährigen Krieg von katholischen Soldaten nach Geldern und Kevelaer mitgebracht worden war. „Das bescheidende Kultobjekt ist die Kopie einer wahrscheinlichen Kopie der Muttergottes von Scherpenheuvel, das damals als marianisch-katholisches Bollwerk in den spanisch-habsburgischen Landen fungierte“, erklärt Dohms. Die folgenden drei Jahrhunderte seien geprägt von Kriegen, menschlicher Not, aber auch von staatlichen und kirchlichen Beschränkungen und Verboten, beispielsweise in der Zeit der Aufklärung oder die kirchenfeindliche Haltung der Nationalsozialisten. Es habe aber auch Phasen außerordentlicher Expansion gegeben, die auf besseren Transportmöglichkeiten durch die Eisenbahn im 19. sowie das Auto und den Omnibus im 20. Jahrhundert beruhten. Zu den wichtigsten Begebenheiten in den letzten beiden Jahrzehnten der Kevelaerer Wallfahrtgeschichte zählen der Besuch von Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa 1987 sowie die Feierlichkeiten zum Jubiläum des 350-jährigen Bestehens 1992. Beide Großereignisse haben Spuren hinterlassen. Die Gestaltung und Infrastruktur am Kapellenplatz wurde verbessert. Jährlich pilgern heutzutage etwa 800.000 Menschen nach Kevelaer. |
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