| Mönter: Wolffsohn liest aus „Deutschland, jüdisch Heimatland“ |
| 27.10.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Zum Abschluss der Jüdischen Woche gastiert der Historiker und Politologe Michael Wolffsohn mit seinem brandneuen Werk „Deutschland, jüdisch Heimatland“ am Montag, 27. Oktober ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath. Ausgerechnet in das Land des Holocaust wandern mehr Juden ein als nach Israel. Die Gemeinden in Deutschland erleben einen ungeahnten Zustrom. In Berlin, München und anderswo wurden neue Synagogen eröffnet. „Deutschland, jüdisch Heimatland“ – sei laut dem Autor keine Utopie, sondern gelebte Realität. „Der Titel beschreibt ein Faktum. Deutschland ist wieder die Heimat von Juden“, meint Wolffsohn. „Unmittelbar nach dem Holocaust war das anders. Juden haben sich auf sich selbst konzentriert, ihre Identität entwickelt. Jetzt sind sie beidem zugewandt: dem Judentum und der deutschen Gesellschaft.“ Wolffsohn beschreibt in seinem gemeinsam mit Thomas Brechenmacher heraus gegebenen Buch, wie es zu diesem hoffnungsvollen Neuanfang kam. Mittels eines völlig neuen Ansatzes trifft er präzise Aussagen dazu, wie die Gesamtheit der deutschen Juden dachte, fühlte und wie sie sich selbst sah. Zugleich schildert seine große Erzählung anhand ausgewählter jüdischer Biografien das individuelle Ringen um Anerkennung vom Kaiserreich bis heute. Kenntnisreich und historisch fundiert zeigen die beiden Autoren, wie und warum es dazu kommt, dass nach jahrhundertelanger Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung die jüdische Gemeinschaft in Deutschland eine Heimat findet. „Nach 1945 haben die Juden gelernt, dass Anpassung oder Flucht nichts hilft. Sie haben sich neu zum Judentum bekannt. Sie sehen es heute als Gemeinschaft, der sie gerne angehören wollen. Das ist etwas Neues“, erklärt der 61-Jährige. Wolffsohn ist der Sohn einer 1939 nach Palästina geflüchteten jüdischen Kaufmannsfamilie und Enkel des Verlegers Karl Wolffsohn. Er wurde 1947 in Tel Aviv geboren, siedelte aber nach der Einschulung in Israel 1954 mit seinen Eltern nach West-Berlin über. Dort begann er 1966 sein Studium an der Freien Universität. Er promovierte in Geschichte und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes. 1979 erfolgte seine Habilitation in Politikwissenschaft und ein Jahr darauf die erweiterte Habilitation in Zeitgeschichte. Seit 1981 lehrt Wolffsohn an der Universität der Bundeswehr in München als Professor für Neuere Geschichte. 1991 hat er dort die Forschungsstelle Deutsch-Jüdische Zeitgeschichte gegründet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen, der israelischen und deutsch-jüdischen Geschichte sowie der historischen Demoskopie. Er ist Autor zahlreicher Bücher und schreibt für mehrere Zeitungen im In- und Ausland. Zudem ist Wolffsohn Mitglied im Stiftungsrat der Eugen-Biser-Stiftung. |
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