| Mönter: Manfred Flügge liest aus „Die vier Leben der Marta Feuchtwanger“ vor |
| 17.10.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Marta Feuchtwanger war neben Katia Mann und Alma Mahler-Werfel eine der größten Dichterfrauen des 20. Jahrhunderts. Zum Beginn der Jüdischen Woche im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath erinnert Manfred Flügge am Freitag, 17. Oktober ab 19 Uhr an die Grand Dame und Ikone des deutschen Exils. Gestützt auf neu erschlossenes Material – darunter die intimen Tagebücher ihres Mannes Lion – liest er aus der von ihm herausgegebenen Biographie „Die vier Leben der Marta Feuchtwanger“ vor. Manfred Flügge wurde 1946 geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Er studierte Romanistik und Geschichte in Münster und Lille. Von 1976 bis 1988 war er Dozent an der Freien Universität Berlin. Seitdem lebt und arbeitet er als freier Autor in der deutschen Hauptstadtmetropole. Nach zahlreichen Publikationen, unter anderem zum deutschen Exil und einer fulminanten Biographie über Heinrich Mann, legte er jetzt das berührende Porträt Marta Feuchtwangers vor. Marta Feuchtwanger lebte von 1891 bis 1987. Ihre wahre Lebensgeschichte bietet Stoff genug: Eine Münchener Jüdin, die fast ein ganzes Jahrhundert erlebte und durchlitt, sportlich begabt, elegant und selbstbewusst war. 1912 heiratete sie ihren später weltberühmten Mann Lion Feuchtwanger. An seiner Seite stand sie die von Geldmangel, existentieller und beruflicher Unsicherheit geprägten Anfangsjahre durch, eine Karriere voller Stolpersteine. Einige legte er sich selbst in den Weg, die meisten brachte dem deutsch-jüdischen Schriftsteller seine literarische und politische Arbeit ein. Marta hatte großen Einfluss auf das Werk ihres Mannes. Sie kannte viele Autoren persönlich, von Bertolt Brecht bis Erich Maria Remarque. Sie blieb bis in ihr hohes Alter hinein eine blendende Erscheinung, sie war eine große Liebende, Emigrantin und zuweilen Märtyrerin, Gefährtin eines schwierigen Kompagnons, und am Ende unvergleichliche Zeugin einer Epoche, die ihr viel zugemutet hat, aber auch viel gab. Ein Leben zwischen Leid und Luxus - mit Maskenbällen, Empfängen, Internierungslager, Flucht und Gefahr, zwischen München, Berlin, Sanary-sur-Mer und Los Angeles. Lion Feuchtwanger, der im Ostblock als „progressiver“ Schriftsteller verehrt wurde, verstarb im Jahre 1958. Er konnte nicht ahnen, dass seine ihn um fast drei Jahrzehnte überlebende Ehefrau Marta sich später als Meisterin der „oral history“ – mündlicher Geschichte – erwies. |
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