Mönter: Johannes Böllinger rezitiert
Gedichte von Rainer Maria Rilke
12.09.2008
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath
Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5,-
Der Rezitator Johannes Böllinger ist aus der Veranstaltungsreihe im Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath kaum noch wegzudenken. Zweimal jährlich trägt er im Meerbuscher Kulturzentrum Gedichte verschiedener Art vor und erläutert sie kenntnisreich. Am Freitag, 12. September ab 19 Uhr begegnet er in der Fortsetzung seines Lyrikzyklus Rainer Maria Rilke in einzigartiger Weise: Neben „Der Panther“, Rilkes Auftakt zu den so genannten Ding-Gedichten und einer der berühmtesten lyrischen Texte der Weltliteratur, „Archaischer Torso Apollos“ und „Der Apfelgarten“ rezitiert Böllinger viele andere Gedichte des bedeutenden Lyrikers.

Rilke, der 1875 in Prag geboren wurde und 1926 in der Schweiz starb, wollte in seinen Gedichten keine Gefühle, sondern seine Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Sein Ziel war es, das Wesen aller Dinge zu erfassen und Erscheinungen klar und unmissverständlich für sich selbst sprechen lassen. Er prägte den Begriff der „Ding-Gedichte“, in denen er die Objekte aus jeglicher Zufälligkeit der Wahrnehmung befreite und keine Unklarheiten zuließ.
Rilkes löste die Dinge und Erscheinungen aus ihrer alltäglichen Umklammerung. Sie sollten durch seine Worte ewige und allgemeine Gültigkeit erlangen. Was er ausdrücken wollte, waren von Emotionen ausgelöste Bewusstseinszustände, die sich entwickelt haben. Gefühle, die nicht nur als spontane Wahrnehmung in einen Menschen gedrungen waren, sondern eine Veränderung beziehungsweise eine Entwicklung bewirkt haben. Durch allgemein bekannte Bilder von Dingen und Natur wollte er diese Erfahrungen veranschaulichen, ihre Logik vermitteln und sie so für den Außenstehenden zugänglich machen.
Johannes Böllinger wird Rilkes Gedichte neues Leben einhauchen. Seine Leidenschaft für die Lyrik entdeckte der Mönchengladbacher vor knapp vier Jahren. Er begann damit, sich auf die ihm eigene, systematische und strukturierte Art und Weise deutsche Lyrik anzueignen.

Zunächst habe er 90 Gedichte lernen wollen. Sie umfassten ein Spektrum, das von dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (1170 - 1230) bis zu Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) reichte. Doch bald schon weitete sich Böllingers „Begegnung in Gedichten“ mehr und mehr aus. „Ich habe nicht suchen müssen, die Texte sind mir zugeflogen“, erzählt er. Inzwischen kann der Rentner mehr als 300 Gedichte auswendig vortragen. Bis zum Jahr 2012 will er diese Zahl verdoppeln, immer zu je 50 auf Themen oder Dichter bezogene Vorträgen zusammengefasst.

 

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