Mönters Woche der Weisheit der Völker:
Barbara Pierson und Dr. Gunter Friedrich lesen und
kommentieren das Liebesepos „Leila und Madschnun“
04.09.2008
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5,-
In der zweiten Lesung im Rahmen der „Woche der Weisheit der Völker“, die das Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath in Zusammenarbeit mit der Stiftung Rosenkreuz am 4. September ab 19 Uhr ausrichtet, liest Barbara Pierson und kommentiert Dr. Gunter Friedrich das große Liebesepos „Leila und Madschnun“. Murat Cakmaz spielt passend dazu die Ney, ein Meditationsinstrument der Sufi-Musik.
„Leila und Madschnun“ ist eine tragisch-dramatische Liebesgeschichte in der persischen Literatur, mit Wurzeln in der arabischen Volkserzählung.

Der Beduinenjünglings Madschnun und das Mädchen Leila mögen sich bereits von Kindesbeinen an. Ihre Eltern sind jedoch strikt gegen ihre Liebe und ihre Heirat und versuchen mit allen erdenklichen Mitteln, die beiden von einander zu lösen. Madschnun verkraftet die Trennung nicht. Er nabelt sich von der realen Welt ab und zieht sich fortan mit wilden Tieren in die Wüste zurück, weshalb er von allen nur noch Madschnun, zu deutsch Verrückter, gerufen wird. Indem er Leila besingt, wird er zur „Harfe seiner Liebe und Qual“, seine Verse („Was vergeht, ist die Zeit, nicht aber die Liebe. Mag sonst alles nur Tand und Gaukelei und Einbildung sein: sie ist es nicht. Denn das Kohlenbecken, auf dem sie brennt, ist die Ewigkeit selbst, die weder Anfang noch Ende hat“) dringen auf den Karawanenwegen der Wüste bis in die Gassen und Bazare der großen Städte.

Die alte arabische Hirtengeschichte war in der islamischen Welt bereits seit langer Zeit weit verbreitet, als der persische Dichter Nizami im Jahre 1188 einen Versroman daraus schuf, der über die alte Erzählung weit hinausgeht und auch heute noch berühmt ist. Bei Nizami wird aus der Geschichte der Liebenden eine tiefsinnige Beschreibung der Gottessehnsucht des Menschen.

Sowohl Madschnun, dessen seelische Entwicklung den Fortgang der Geschichte bestimmt, als auch Leila, als Liebende im Hintergrund, spiegeln die vielen Facetten im Innenleben eines Menschen, der eine höhere Berufung in sich erahnt oder erkennt und die Reise nach innen beginnt. Nizami romantisches Epos wurde zum Vorbild für nahezu alle Liebesgeschichten des Orients.

 

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