| Mönter: Dr. Christian Eschweiler referiert zum 125. Geburtstag von Franz Kafka über den Autor |
| 20.06.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Am 3. Juli 2008 wäre Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Zum Gedenken an den berühmten Dichter referiert Dr. Christian Eschweiler am Freitag, 20. Juni im Buch- und Kunstkabinett Mönter in Osterath zum Thema „Kafkas wahrhaft kaiserliche Botschaft“. Franz Kafka wurde 1883 in Prag als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Er studierte Germanistik und Jura und arbeitete danach als Jurist und Angestellter einer Arbeiter-Unfall-Versicherung. Er stand dem Kreis Prager Schriftsteller um Franz Werfel und Max Brod nahe. Von 1910 an führte Kafka ein Tagebuch, das von seiner intensiven Selbstanalyse zeugt. Besonders wichtig wurde ihm die Beschäftigung mit dem Judentum. Mit der Erzählung „Das Urteil“ gelang ihm der Durchbruch zu der ihm eigenen literarischen Ausdrucksform, einer durch eine Lakonik der Bedrohung geprägten und auf rätselhafte Weise unheimlich wirkenden Schreibweise. 1922 wurde Kafka aus Krankheitsgründen pensioniert. Zwei Jahre später starb er in Wien an Kehlkopftuberkulose. Zu seinen Lebzeiten erschienen nur wenige Erzählungen. Kafkas letzter Wille war, dass sein literarischer Nachlass verbrannt wird. Sein Testamentsvollstrecker Max Brod hielt sich jedoch nicht daran und gab die unveröffentlichten Werke heraus. Heute gilt Kafka als einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Das Urteil“, „Der Prozess“, „Die Verwandlung“ und „Das Schloss“. Dr. Christian Eschweiler ist Kafka-Experte. Er studierte Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie und erhielt 1958 für seine Staatsarbeit über Kafkas „Der Prozess“ einen zweijährigen Forschungsauftrag des Kultusministeriums. Seit 1970 ist er Studiendirektor am Jesuitenkolleg in Bad Godesberg. Der Abschluss seiner Dissertation galt ebenso dem großen Prager Dichter wie weitere fünf Bücher. „Die unerfüllbare Hoffnung auf Selbsterlösung“, „Kafkas Erzählungen und ihr verborgener Hintergrund“, „Kafkas Dichtung als Kosmos“ sowie „Kafkas Wahrheit als Kunst“. In „Kafkas unerkannte Botschaft“ schaffte er erstmals in der Forschungsgeschichte eine Neuordnung der Kapitelfolge des berühmten Fragments, die von der Überzeugung bestimmt ist, das Problem nur von innen, vom Verständnis der Bilderwelt her lösen zu können. Im Schlussteil des letzten Buches wurden 158 Zitate Kafkas aus seinem Gesamtwerk zu den Stichworten Mensch, Aufgabe, Erkenntnis, Wahrheit, Freiheit, Schuld, Möglichkeit, Hoffnung, Angst, Tod, Gewissheit und Kunst zusammengestellt, die seine geistige Welt kennzeichnen, wie sie sich in den dichterischen Bildern seiner Kunst spiegelt, und damit die Grundlage für ein nachvollziehbares Verstehen bedeuten. In allen Deutungen hat die künstlichere Leistung, das Kunstwerk, den Vorrang vor dem Dichter. Das Werk ist wichtiger als die Biographie; die Erkenntnis seiner geistigen Welt ist das richtungweisende Ziel. Dr. Christian Eschweiler legt einen Höhepunkt seiner lebenslangen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Kafka vor. |
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