Mönter: „Woche der Religionen der Welt“
Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer führt
in die östlichen Religionen ein
03.03.2008
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 8,50,-
Die ost-asiatische Religiosität wird durch drei komplexe Denksysteme getragen: Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus. Im zweiten Teil der „Woche der Religionen der Welt“ gibt der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer am Montag, 3. März ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter in Osterath einen Überblick über das Miteinander und die Spannungen dieser drei Religionen.

Kennzeichnend für den Konfuzianismus war zu Beginn die Zusammengehörigkeit von Mensch und Kosmos. Die Wirklichkeit ist in drei Ebenen aufgeteilt: Das Totenreich unten, die Erde als Ort für die Lebenden und der Himmel, in dem sich Ahnen und Götter befinden. Bekanntester Weisheitslehrer war Konfuzius (551-479 vor Christus). Für ihn stand weniger die magische Verbundenheit mit Natur und Kosmos im Vordergrund als vielmehr die Moralität des Menschen. Ganz wesentlich war für ihn die familiäre Beziehungsstruktur. Bis heute spielen die Beziehungen Vater und Sohn, Ehemann und Ehefrau, älterer Bruder und jüngerer Bruder oder auch Vorgesetzter und Untergebener eine wichtige Rolle. Dadurch sollen soziale Sicherheit und Stabilität gewährleistet werden.

Im Unterschied zum Konfuzianismus, der auf gesellschaftliche Harmonie zielt, konzentriert sich der Daoismus auf die innere Harmonie des Menschen. Sein Ziel ist weniger ein ethisches, er sorgt sich um das Heil des Einzelnen: ein langes Leben und Unsterblichkeit. Nach daoistischer Lehre muss das Gleichgewicht von Yin und Yang, der beiden kosmischen Urkräfte, im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen. Gegenüber dem aktiven Moralismus des Konfuzianismus sollte der Mensch im Einklang mit der Natur leben.

Mit dem Ende der „Han-Zeit“ kam es in China zum verstärkten Vordringen des Buddhismus. Ziel von Buddhisten ist es, sich durch ethisches Verhalten, die Kultivierung der Tugenden und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit vom ewigen Kreislauf des Leidens zu befreien. Auf diesem Weg sollen Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Erleuchtung der Zustand des Nirvana erreicht werden.

Beim Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus handelt es sich keineswegs um klar abgrenzbare Glaubensrichtungen. Es ist nicht unüblich, dass sich zum Beispiel ein Chinese an ethische Regeln des Konfuzianismus hält, daoistischen Riten nachgeht und buddhistische Tempel aufsucht. All das wird Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer den Zuhörern in seinem Vortrag näher bringen. Der 59-Jährige ist Experte auf dem Gebiet. Von 1981 bis 1993 war er Ordinarius für Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1993 ist er Professor an der Universität Göttingen. Zudem ist der Sinologe Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte und Kulturgeschichte Chinas und Ostasiens.

 

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