| Mönter: „Woche der Religionen der Welt“: Karl-Josef Kuschel referiert über Juden, Christen und Muslime |
| 26.02.2008 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 8,50,- |
Der Dialog der Religionen wurde schon oft beschworen und meistens bedeutet er in der Praxis: Einer redet, der andere hört zu. Nun wagte der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel sogar einen „Trialog“ der drei monotheistischen Religionen und machte ihn zum Gegenstand eines mehr als 600-seitigen Buches, das er am Dienstag, 26. Februar ab 19 Uhr im Buch- und Kunstkabinett Mönter in Osterath vorstellt.Der Autor schafft darin die grenzüberschreitende Expedition in das jüdisch-christlich-islamische Gedankenreich und analysiert die drei Religionen mit großer Fairness und Integrität. Kuschels Anliegen ist es nicht, sie so zu erklären, dass sie sich wechselseitig nur besser zu tolerieren vermögen. Wer die anderen Religionen wirklich ernst nehmen möchte, dürfe sich nicht mit dem Gedanken trösten, dass sie zwar defizitär sind, aber ihren Angehörigen den Weg zum Heil nicht endgültig verbauen. Kuschel hat sich eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt: „Nachdenken darüber, warum Gott für die Menschheit diesen und nicht einen anderen Weg gewählt hat. Warum er die Existenz dieser drei Religionen miteinander, gegeneinander, jedenfalls nichts ohne einander wollte.“ Kurz gesagt: Der Autor sieht die Differenzen zwischen den Religionen als Ausdruck göttlichen Willens, der die Gläubigen vor eine spezifische Aufgabe stelle. Dazu begibt sich der 59-Jährige mit Hilfe der den drei Religionen eigenen – zum Teil gemeinsamen – heiligen Schriften in eine „Zeitspirale“, überprüft zentrale Gedanken wie Adams Erschaffung und Vertreibung aus dem Paradies, Noahs Bedrohung und Errettung oder Abrahams Bedeutung für die „Familie“ der drei monotheistischen Religionsgemeinschaften. Dank seiner enormen Belesenheit auf dem Gebiet aller drei Religionen interpretiert Kuschel die biblischen Geschichten nicht nur äußerst vielschichtig sondern durchdenkt sie auch mit bemerkenswerter Gründlichkeit. Sein großes Wissen kommt nicht von ungefähr. Kuschel beschäftigt sich schon seit gut 40 Jahren mit der Thematik. Nach seinem Studium der Germanistik und Katholischen Theologie (1967 bis 1972 in Bochum und Tübingen) promovierte er 1977 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen mit seiner Arbeit mit dem Titel „Jesus in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ zum Doktor der Theologie. 1989 habilitierte er in Tübingen mit einem Werk zum Thema „Geboren vor aller Zeit? Der Streit um Christi Ursprung“. Gleichzeitig begann er, sich praktisch und wissenschaftlich für den interreligiösen Dialog zu engagieren. 1994 erschien sein Grundlagenwerk „Streit um Abraham. Was Juden, Christen und Muslime trennt – und was sie eint.“ Ein Jahr später wurde Kuschel in Tübingen zum Professor ernannt und lehrte dort seitdem „Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs“. Zugleich wurde er Vizepräsident der neu gegründeten Stiftung Weltethos. Gemeinsam mit Präsident Hans Küng setzt er sich für die interkulturelle und interreligiöse Verständigung ein. |
Kontakt: email / Internetadresse |
| Pressefoto: Download |
| Worddatei: Download |
| >zurück |