| Moltke-Biograph liest bei Mönter Brakelmann zeichnet lebendiges Porträt des Kreisauer Kreises |
| 05.10.2007 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Professor Günter Brakelmann, Theologe und Zeithistoriker in Bochum, legte zum 100. Geburtstag von Helmuth James von Moltke mit einer umfassenden Biographie ein gültiges Bild des Widerstandskämpfers vor. Behutsam und einfühlsam schildert er Moltkes Lebensweg vom späten Kaiser-Reich bis zur Hinrichtung am 23. Januar 1945. „Die eindrucksvolle und lebensnahe Biographie aus der Feder Brakelmanns richtet sich an ein breites Publikum und zeichnet den Menschen, nicht so sehr den Politiker. Er spiegelt die Brüche der deutschen Geschichte, den Willen, neue Herausforderungen zu bestehen und sich einem zutiefst unrechtmäßigen System zu widersetzen“, schreibt der Historiker Hans Mommsen in der SZ. Freitag, 5. Oktober, ab 19 Uhr, wird Brakelmann sein die Jahre 1907-1945 fokussierendes Werk im Buch- und Kunstkabinett Mönter am Kirchplatz 1-5 in Osterath präsentieren und sich gerne auch den Fragen der Zuhörer stellen. Der Eintritt zur Lesung beträgt fünf Euro.Günter Brakelmann, geboren 1931, ist Professor em. für Christliche Sozialethik und Zeitgeschichte an der Ruhruniversität Bochum. Durch zahlreiche Publikationen zum deutschen Widerstand ist er als einer der besten Kenner des Kreisauer Kreises ausgewiesen. In seinem Buch schildert er den ungewöhnlichen Lebensweg Helmut James von Moltkes, der als Gründer und Vordenker des Kreisauer Kreises eine der faszinierendsten Gestalten des deutschen Widerstandes gegen Hitler ist. Und es gelingt ihm, auf Grundlage vieler neuer Quellen die charismatische Person Moltkes lebendig werden zu lassen. Das Buch macht dessen Denken und Handeln, das sich weltanschaulichen Schubladen entzieht, im Kontext der Zeit verständlich. Geboren und aufgewachsen auf dem schlesischen Gut Kreisau, genoss Helmuth James von Moltke durch seine Mutter eine vorwiegend britische, liberale Erziehung. Schon früh engagierte sich der angehende Jurist sozial, schloss Kontakt zu Politikern und Intellektuellen, übte offen Kritik an Hitlers Aufstieg und verzichtete auf die Richterlaufbahn, um nicht der NSDAP beitreten zu müssen. Als ein glänzender Anwalt in Berlin und London war er so erfolgreich wie als Gutsherr von Kreisau, der den verschuldeten Besitz rettete. Das von der außergewöhnlichen Aura des preußischen Generalfeldmarschalls von Moltke gleichsam beschirmte Gut wurde nach Kriegsbeginn Treffpunkt für einen Widerstandskreis. Auffällig ist der hohe Adelsanteil sowie der starke Einfluss Geistlicher beider Konfessionen, dann aber auch die bedeutende Mitarbeit von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, zu deren prominentesten Vertretern Julius Leber, Wilhelm Leuschner und Adolf Reichwein gehörten. Gleichzeitig nutzte Moltke seinen Einsatz als Völkerrechtler im Oberkommando der Wehrmacht zu subversiven Tätigkeiten. Diese führten 1944 zu seiner Verhaftung. Am 23. Januar 1945 wurde Helmuth James von Moltke in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Günter Brakelmann gelingt, die mehr und mehr religiösen Motive im Denken und Handeln Moltkes verständlich zu machen. Seine Biographie ist darüber hinaus ein sehr lebendiges Porträt des „Kreisauer Kreises“, wie ihn erst die Gestapo nannte. |
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