Mönter: 25. Todestag der Djuna Barnes
„Ich bin die berühmteste Unbekannte meiner Zeit“
27.04.2007
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5-
Mit der Schriftstellerin Djuna Barnes, 1892 im Staate New York geboren, 1982 mit 90 Jahren in New York gestorben, beschäftigt sich angesichts ihres 25. Todestages eine Lesung im Buch- und Kunstkabinett Mönter in Osterath. Brigitte Siebrasse, Jahrgang 1948 und seit Anfang der 70er Jahre Barnes-Enthusiastin will mit ihrem „Bericht einer Faszination“ am Freitag, 27. April, beweisen, dass die Literatur der polarisierenden Autorin auch im 21. Jahrhundert Lesevergnügen sein kann und ihre Werke keineswegs verstaubt sind. Diese Literatur-Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro.

In der Lesung, die zugleich auch den 115. Geburtstag der Autorin würdigen möchte, versucht Siebrasse einen Bogen zu schlagen zwischen ihrem persönlichen Zugang (es ist ihr 1980 gelungen, zwei gute Stunden lang die zurückgezogene Djuna Barnes in New York zu besuchen) und dem Werk. Sie wird einige Kostproben, teils Unveröffentlichtes, aus dem großen Fundus der Dichterin lesen. Siebrasse hat zu Djuna Barnes veröffentlicht, im Wagenbach- und Ebersbach-Verlag sowie in der Literaturzeitung „Schreibheft“. Und sie gilt als die Wiederentdeckerin von Djuna Barnes im deutschen Sprachraum. Ende 2005 veröffentlichte sie ihr erstes eigenes Buch zu Djuna Barnes in der edition ebersbach. Es trägt den Titel „Charmingly Unnecessary, Brevier für die Frau von Welt“. In dieser Arbeit stellt Siebrasse die Barnes als Autorin von Apercus, Aphorismen und Bonmots vor. Brigitte Siebrasse wohnt in Bielefeld, arbeitet als freie Übersetzerin und ist Mitglied einer sozialpsychiatrischen Redaktion. Zur Zeit schreibt sie an einem zweiten Buch.

Als das Hauptwerk von Djuna Barnes gilt der Roman „Nachtgewächs“ (Suhrkamp Verlag), der nebst Theaterstücken, Kurzgeschichten, Gedichten, Interviews und Personenportraits von europäischen Liebhabern der exklusiven mehr Verehrung findet, als in ihrem eigenen Land. Die Selbstaussage Barnes: „Ich bin die berühmteste Unbekannte meiner Zeit“, sie scheint bis heute unwiderlegt. Zu Anfang der Achtziger schrieb der große Philologe Walter Jens in der ZEIT: „...doch wage ich zu sagen, dass ihr Werk zu den bedeutenden in unserem Jahrhundert zählt.“ Barnes Kindheit war geprägt durch das Leben auf einer Farm im Staate New York und den später in ihren literarischen Werken verarbeiteten sexuellen Missbrauch durch Vater und Großmutter. 19jährig zog sie in die Bronx, um zu malen und arbeitete nebenher als freie Journalistin. Bald zog sie ins Künstlerviertel Greenwich Village. In dieser Zeit veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband und Theaterstücke, in denen sie auch selbst spielte. 1919 zog sie nach Paris, wo sie bald dem intellektuell-lesbischen Kreis um Natalie Barney beitrat. Von 1923 an lebte sie in leidenschaftlicher Beziehung mit Thelma Wood. Nach ebenso leidenschaftlicher Trennung 1931 lebte sie bei Peggy Guggenheim und arbeitete an ihrem wichtigsten Roman „Nightwood“.

Die Literatur von Djuna Barnes zeichnet sich durch einen ironischen, manchmal grotesken Stil aus. Barnes setzte sich in ihren Schriften mit dem Leben als Frau auseinander, ließ sich jedoch nie in die Feministinnenrolle drängen. Der 1928 veröffentlichte Roman „Ladies Almanach“, eine erotische Persiflage auf die lesbischen Zirkel in Paris, erinnert stark an Natalie Barneys Salon. „Nightwood“ verarbeitet ihre zerbrochene Beziehung zu Thelma Wood.

 

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