| Mönter: Vortrag „Maurisches Spanien“ Tiefenströme der Kulturgeschichte mit ihrer Verbindung zum Heute |
| 18.08.2006 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Die drei monotheistischen Weltreligionen sind in den Kernen so fruchtbar verwoben miteinander, dass ein Krieg der Kulturen vom spirituellen Standpunkt aus betrachtet den Tatbestand der Selbstverletzung erfüllt. Sie haben sich in der Geschichte mehrfach durchdrungen, sind begründet im Urvater Abraham (Ibrahim), streben nach erlebter und gelebter Mystik, der Erfahrung Alles umfassender und schützender Einheit. Es ist nur logisch, dass die Religionen ihren kämpferisch suchenden Weg nicht gegen einander fortschreiten können. In einem Krieg können sie ihn immer nur verlieren. Der Nürnberger Autor Dr. Martin Zichner will diese seine Überzeugung mit einem (Dia)-Vortrag im Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Mönter über Spanien in der Zeit der Mauren allgemeinverständlich aus der Geschichte herleiten und belegen. Als Leitfaden dient ihm sein kleines, wie ein Reiseführer gestaltetes Buch über die große Zeit gegenseitiger Toleranz: „Das Maurische Spanien“. Der Eintritt zur Veranstaltung in Osterath, die Freitag, 18. August, 19 Uhr beginnt, beträgt fünf Euro.„Von 711 bis 1492 n.Chr. beeinflussten die Mauren ganz wesentlich das geistige Leben der multikulturellen Gesellschaft auf der iberischen Halbinsel. Dadurch kam in dieser Zeit eine besondere Hochblüte zustande, die das übrige Europa auch noch nach dem Ende der maurischen Herrschaft in mehr als einer Hinsicht prägte. (...) Speziell auf dem geistig-religiösen Gebiet herrschte vor allem in Südspanien ein Klima der Toleranz, wodurch sich die drei monotheistischen Religionen und damit auch die Kulturen auf besondere Weise begegnen konnten. Das Kalifat von Cordoba spielte dabei über 300 Jahre eine ganz besondere Rolle. Seit einigen Jahren fördert die UNESCO in Cordoba im alten Wehrturm ,Torre de la Calahorra´ die lebendige Erinnerung an diese goldene Zeit.“ Soweit das Vorwort. Eben dies „Museo vivo de Al Andalus“ bildet in Zichners Vortrag sowohl die inhaltliche Klammer, als auch die lebendige Brücke aus jener Zeit in ein Heute religiöser und interkultureller Zerworfenheit. Vier weise Männer aus der Blütezeit Cordobas vom elften bis zum dreizehnten Jahrhundert geben im Turm und damit auch im Vortrag zu denken: Der jüdische Philosoph Maimonides und der Arzt, Richter und arabische Philosoph Averroes (beide aus Cordoba), der arabische Weise Ibn Arabi aus Murcia sowie der spanisch christliche König Alfonso X, el Sabio, aus Toledo. In einem Liebesgedicht, das Ibn Arabi einmal geschrieben hat, heißt es: „Mein Herz ist fähig geworden, alle Formen anzunehmen: als Weide für die Gazellen, als Kloster für die Christen, als Tempel für die Götzen und als Pilger auf dem Weg zur Kasbah, als Tafel für die Thora und als Buch für den Koran. Meine Religion ist Liebe: Ganz gleich wohin die Karawane zieht, ihr Weg ist der Weg meines Glaubens!“ |
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