| Heine-Experte Kortländer bei Mönter Die vielfältigen Reisebilder des Tausendsassas aus Düsseldorf |
| 19.05.2006 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 5,- |
Einen fundierten Vortragsabend mit dem Vorsitzenden des Literaturrates NRW und Honorarprofessor der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf, Dr. Bernd Kortländer, dürfen Interessierte an der Reise-Prosa des großen, in Düsseldorf geborenen Dichters Heinrich Heine am Freitag, 19. Mai, 19 Uhr im Osterather Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter am dortigen Kirchplatz 1 - 5 erwarten. Im Rahmen des Heine-Jahres zum 150. Todestag des Dichters und des traditionellen Kultur-Frühlings bei Mönter stehen dann die vielfältigen Reisebilder des jüdischen Tausendsassas Heine auf dem Programm der Veranstaltung, für die ein Eintritt von fünf Euro erhoben wird.Die berühmten Reisebilder, denen sich Kortländer sach- und fachkundig widmen wird, sind hervorgetreten als eine zwanglose Vereinigung von Poesie und fragmentarischer Prosa. Diese mehr durch Zufall als durch künstlerische Berechnung bestimmte erste Erscheinungsform wurde in den späteren Auflagen gewahrt, auch nachdem die lyrischen Teile im „Buch der Lieder“ ihren endgültigen Platz gefunden hatten. In den September und den Oktober 1824 fällt die große Fußwanderung Heines, die ihn durch den Harz nach Eisleben, Halle, Weißenfels, Jena, Weimar und von da über Eisenach, Gotha, Kassel zurück nach Göttingen führte. In der Audienz bei Goethe am 2. Oktober war der Höhepunkt erreicht. Bald nach der Rückkehr begann er die Niederschrift der „Harzreise“. Von einer Serie Reisebilder war aber noch nicht die Rede. Eher versprach diese humoristisch subjektive Reisebeschreibung nach Art des Sterneschen Urbildes ein selbständiges Büchlein zu werden. Zu den zum Beispiel als insel taschenbuch 444 erschienenen Reisebildern gehören „Die Harzreise“ von 1824, „Die Nordsee“ von 1826, „Ideen. Das Buch Le Grand“ von 1826, „Italien: 1. Reise von München nach Genua, 2. Die Bäder von Lucca, 3. Die Stadt Lucca“, verfaßt zwischen 1828 und 1830 und „Englische Fragmente“, verfasst zwischen 1827 und 1830. „Die Zwiespältigkeit seines deutschen Publikums äußert sich schon in der zeitgenössischen Aufnahme der „Reisebilder“; sie hat sich später ganz allgemein in Denkmals- und Benennungs-Streitigkeiten niedergeschlagen. Dem unbefangenen Leser dagegen wird die Lektüre der „Reisebilder“ immer wieder jene Erfahrungen schenken, wofür es die Literatur nach alter ästhetischer Tradition gibt: reichen Nutzen und Vergnügen. Letztere wird Prof. Dr. Bernd Kortländer, als stellvertretender Leiter des Heinrich-Heine-Institutes ein großer Kenner des Literaten und Freund des Rheinischen mit seinem Vortrag zu mehren wissen. „Der eine Grund, warum ich nach Düsseldorf kam, ist Heinrich Heine; der andere ist der Rhein“, so antwortete er einmal in einem Interview auf die persönliche Frage: „Warum ist es am Rhein so schön?“. 1995 bis 1997 war Kortländer als Kurator der großen Heinrich-Heine-Ausstellungen in Düsseldorf und Paris tätig sowie außerdem verantwortlich für den Auf- und Ausbau eines „Rheinischen Literaturarchivs“ im Heine-Institut. Seine Lehraufträge an den Universitäten Osnabrück, Düsseldorf und Münster in den Bereichen Germanistik und Romanistik führten zu ausgedehnter Publikations- und Vortragstätigkeit zur Literatur des 19. Jahrhunderts, vor allem Annette von Droste-Hülshoff und Heine. |
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