Lesung von Briefen Heines bei Mönter
Brilliante Porträts prominentester
Adressaten und neue Erkenntnisse
12.05.2006
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5,-
„...und grüßen Sie mir die Welt - Ein Leben in Briefen“. So betitelt ist eine Sammlung der beiden Heine-Experten Dr. Bernd Füllner und Christian Liedtke (Foto), die Freitag, 12. Mai, 19 Uhr im Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Mönter am Kirchplatz 1-5 zur Lesung kommt. Der Eintrittt zu der Veranstaltung im Rahmen des Heine-Jahres zum 150.Todestag des Dichters beträgt fünf Euro.

Bernd Füllner, Jahrgang 1950, studierte Germanistik und Romanistik. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf und war Redaktionsmitglied der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Ausgabe (Hoffmann und Campe, 1973 - 1997). Christian Liedtke, Jahrgang 1964, studierte Germanistik und Philosophie. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf und Herausgeber einer Heine-Biographie. Darüber hinaus sind Bernd Füllner und Christian Liedtke als Herausgeber der neuen Internet-Edition „Heinrich-Heine-Portal“ tätig (www.hhp.uni-trier.de).

Heinrich Heine war ein leidenschaftlicher Briefeschreiber, davon legen Hunderte erhaltener Briefe Zeugnis ab. Sie geben nicht nur Aufschluss darüber, mit wie vielen Zeitgenossen aus dem literarischen und kulturellen Leben er korrespondierte (darunter George Sand, Alexandre Dumas, Honoré de Balzac und Hans Christian Andersen) oder wie eng die Verbindungen zu Familie, Freunden und seinem Verleger Julius Campe waren. Vom jungen Heine auf der Suche nach seiner literarischen Identität bis zu dem leidenden Dichter der Matratzengruft wird darin auch sein Lebensweg auf beeindruckende Weise nachgezeichnet. Die sehr kenntnisreich kommentierte Auswahl seiner schönsten und bedeutendsten Briefe läßt hinter dem großen Dichter und Satiriker vor allem den Menschen Heinrich Heine hervortreten.

„Die beiden Herausgeber Bernd Füllner und Christian Liedtke, beide ausgewiesene Heine-Philologen, liefern das notwendige Wissensumfeld kompakt und nicht ohne professionelle Brillianz in einem ausführlichen Personenlexikon, das alle Adressaten im Kontext von Heines Leben porträtiert, ob die Principessa Belgiojoso, Ludwig Börne, Karl Gutzkow, Karl und Jenny Marx oder Heines Verleger Julius Campe, ob Salomon Heine, der schwierig-störrische Bankier-Oheim in Hamburg, der des Neffen Studium und zum Teil sein Leben finanzierte, ob George Sand, Franz Liszt, Else Krinitz, Heines „Mouche“ der letzten Tage oder Betty Heine, die Mutter, geborene van Geldern. Außerdem hat Christian Liedtke den sechs Kapiteln je einen Essay vorangestellt, der die Briefe in ihren Zeitraum bettet.“ So lobend äußert sich Ariane Thomalla in ihrer Rezension für den Kultur-Fernsehsender „arte“.

Heine in seinen Höhen und Tiefen. Zum Beispiel, was sein kritisches Genie angeht. „Der Brief, den ich schreibe (ist) ein Thermometer (...) woraus man meine Gemüthsstimmung erkennen kann. Das ist doch am Ende die Hauptsache die man aus Briefen der Freunde ersehen will, und darum ist mir der Brief im Negligee-Gewand tausendmahl lieber als der Galla-Brief.“ Auch sein Judentum erscheint in neuem Licht und im Zusammenhang mit den Berufsaussichten des Juristen Heine. Hinter der Briefausgabe von Füllner und Liedtke steht ein Großprojekt, das Heine-Portal. Seit 2002 im Aufbau, präsentiert es alle 3255 Briefe Heines und davon 2420 Handschriften als digitale Faksimiles.

 

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