| Einstein-Biograph Neffe bei Mönter Auf dem Licht wollte der kleine Albert reiten wie auf einem Pferd |
| 21.10.2005 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 10,- (fünf Euro werden beim Kauf des Buches angerechnet) |
Mit Fug und Recht wird er als das Gehirn des Jahrhunderts bezeichnet. Albert Einstein zeigte ein neues Weltbild auf (und bewies es), das, so revolutionär es war, von vielen bis heute kaum gedacht werden kann. Denn auch wenn es auf einer sehr knappen Formel basiert, so fußt diese Formel wiederum auf einer ungeheuren Komplexität. In seiner Relativitätstheorie geht es um das Licht und seine immer konstante Geschwindigkeit, die Zeit und den Raum, die im Grunde eins sind, um den Begriff der Masse und nach welchen Gesetzmäßigkeiten sie als Energie zu betrachten ist. 100 Jahre ist diese Formel alt, zum 50. Male jährt sich der Todestag ihres Entdeckers. Zum Einstein-Jahr 2005 lädt das Buch- und Kunstkabinett Mönter zu einer nicht nur relativ, sondern sehr speziell interessanten Veranstaltung. Am Freitag, 21. Oktober liest der Berliner Publizist Dr. Jürgen Neffe, Leiter des Hauptstadtbüros der Max-Planck-Gesellschaft und Mitarbeiter im Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschafts-Geschichte aus seiner so kenntnisreichen wie brillant vermittelten Biographie über den Menschen hinter der Formel. Seit Wochen krönt das Buch Bestsellerlisten für Sachbücher. Lesungsbeginn ist 19 Uhr. Der Eintritt zur Veranstaltung: 10 Euro, fünf davon werden beim Kauf des Buches angerechnet.Albert Einstein, geboren 1879 in Ulm, 1921 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, ab 1933 lehrend und forschend in den USA (Einstein war Jude), 1955 gestorben in Princeton. Zwischen diesen Eckdaten vollzieht sich die bewegte und spannende Biographie eines Naturwissenschaftlers, der zugleich als unkonventioneller Mensch und politisch denkender Zeitgenosse im Gedächtnis blieb. Nicht weniger populär als die Ergebnisse seiner Forschungen, die ihn gegen Ende des Krieges in Zweifel und Gewissensnöte stürzten, weil sie die Machbarkeit der Atombombe implizierten, ist das berühmte Foto, auf dem das Genie der ganzen Welt die Zunge zeigt. Jürgen Neffe erzählt die Geschichte Einsteins und seiner Epoche mit neuen Dokumenten und überraschenden Einsichten in den Kosmos eines vielschichtigen, solitären Lebens. Er deckt auf, was hinter dem Mythos Einstein steht, und beschreibt anschaulich, wie der „neue Kopernikus“ (Max Planck) mit seinem Denken den Aufbruch in die Moderne vorangetrieben und geprägt hat. Dabei liest sich das Buch wie ein guter Roman. Gleich zu Beginn erfahren wir die Geschichte von dem Pathologen, der mit der Obduktion des Leichnams von Albert Einstein beauftragt war. Er konnte der Versuchung nicht widerstehen, dem Toten den Schädel zu öffnen, ihm das berühmte Gehirn zu rauben, in der Hoffnung, dass, wenn es ihm je gelänge, diesem Organ sein Betriebsgeheimnis zu entlocken, ihm, dem Pathologen, Ruhm und Ehre zuteil werden würden. Er verlor dabei allerdings lediglich seinen Job. Die 200 Würfel, in die Dr. Harvey, so der Name, das Gehirn des großen Physikers zerschnitten und fachmännisch eingeweckt hatte, dienen der Wissenschaft allerdings auch heute noch immer wieder als spektakuläres Objekt zu diversen Untersuchungen. Substanzielles herausgekommen ist dabei bis heute nicht. Politik, Musik, das schwierige Verhältnis zu Frauen, sein Judentum - das alles wird uns von Neffe nahegebracht. Und durch alles zieht sich wie ein roter Faden das Licht, auf dem der junge Albert reiten wollte, wie auf einem Pferd. Schließlich betrieben sein Vater und dessen Bruder eine Firma für Beleuchtungen aller Art. |
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