Johannes Böllinger rezitiert bei Mönter
Gedichte zum Thema Herbst,
die von Ernte und Abschied sprechen
16.09.2005
19:00:00

Buch- und Kunstkabinett
Konrad Mönter KG
Kirchplatz 1-5
40670 Meerbusch-Osterath

Hotline: 02159/3530
Eintritt: 5,-
Eine „Begegnung in Gedichten“ steht am Freitag, 16. September, ab 19 Uhr im Osterather Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Mönter auf dem Programm. Der Eintritt für den Abend beträgt fünf Euro. Der Priester und pensionierte Realschul-Pädagoge Johannes Böllinger rezitiert frei aus „seiner“ ständig wachsenden Lyrik-Sammlung. Und da die Veranstaltung zur Reihe KulturHerbst 2005 gehört, steht im Mittelpunkt selbstverständlich die lyrische Dichtung deutscher Literatur zur ebenso bunten wie besinnlichen dritten Jahreszeit. Ein Gedicht des deutschen Schriftstellers und Pastors Eduard Mörike (8. September 1804 bis 4. Juni 1875) darf da gewiss nicht fehlen. Es ist der „Septembermorgen“, der auch heute noch die Herzen der Leser und Zuhörer tief zu berühren vermag: „Im Nebel ruhet noch die Welt /Noch träumen Wald und Wiesen/Bald siehst Du, wenn der Schleier fällt/Den blauen Himmel unverstellt/Herbstkräftig die gedämpfte Welt/Im warmem Golde fließen.“

Der Wunsch, sich Gedichte zu erschließen, erwuchs beim heute 73jährigen Johannes Böllinger im Februar vergangenen Jahres im Gespräch mit einer Schauspielerin über das Wesen der Rezitation von auswendig gelernten Texten und des Auswendig-Lernens von Texten an sich. Er erfuhr, dass jeder Text ein Klangbild hat und parallel dazu bei der Rezitation eine Art Film abläuft, voller vom Text geweckter, bilderreicher Assoziationen. Das Metier interessierte ihn fortan so sehr, dass er sich auf die ihm eigene, systematische und strukturierte Art und Weise die deutsche lyrische Literatur zu erschließen begann. Zunächst seien es 90 Gedichte gewesen, die er habe lernen wollen. Sie umfassten ein Spektrum, das von dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (geboren 1170, gestorben 1230) bis zum Weimarer Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe (28. August 1749 bis 22. März 1832) reichen sollte. Doch bald schon fächerte sich Böllingers „Begegnung in Gedichten“ immer mehr auf. Die Gedichte seien zu ihm gekommen, erinnert er sich. Er habe nicht wirklich suchen müssen. Inzwischen kann der in Mönchengladbach lebende Böllinger 160 Gedichte auswendig vortragen, und jeden Monat kommen zehn neue hinzu. Bei 400 höre er auf, sagt er. Zehn Bücher hat er bereits geschrieben. Auf feinem blauem Rössle-Papier schreibt er die Gedichte ab. In silberner Schrift. Gebunden sind die Bücher ebenfalls in Silber. 27 solcher Unikate sollen es einmal werden. Die Werke sind gegliedert nach Themen-Schwerpunkten wie „Leben in Gedichten“, „Sinn suchen in Gedichten“; neun Bände sollen einzelnen Dichtern gewidmet sein, drei davon dem lyrischen Gesamt-Werk von Johannes Böllingers liebstem Dichter Rainer Maria Rilke (4. Dezember 1875 bis 29. Dezember 1926). Am Herzen liegt dem Enthusiasten aber auch das Werk von Else Lasker-Schüler (11. Februar 1869 bis 22. Januar 1945), Heinrich Heine (13. Dezember 1797 bis 17. Februar 1856) oder - wie oben erwähnt - Eduard Mörike. Die von ihm gestalteten Bände versieht Böllinger immer auch mit Sekundär-Literatur oder Kommentar, die er entsprechenden Fachbüchern entnimmt.

Die 16 Herbstgedichte, die Böllinger bei Mönter zu Gehör bringen wird, gliedern sich in die Abfolge „Verklärter Herbst“, „Herbst der abfallenden Blätter“, „Erfüllter Herbst des Lebens (Ernte)“ und „Herbst des Lebens (Tod/Abschied)“. Er wird sie rezitieren, Erläuterung und Hilfen zur Interpretation geben und anschließend sie noch einmal klangvoll betont sprechen.

 

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