| Der Pianist Thomas Hell bei Mönter Reizvolle Stadien musikalischer Evolutionsprozesse im Einklang |
| 27.10.2006 19:00:00 Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter KG Kirchplatz 1-5 Meerbusch-Osterath Hotline: 02159/3530 Eintritt: 12,- |
Kompositionen dreier Generationen wird Pianist Thomas Hell beim Klavierabend im Osterather Kulturzentrum Buch- und Kunstkabinett Mönter zu Gehör bringen. Ihre Schöpfer Leos Janacek (1854-1928), Györgi Ligeti (1923-2006) und Ludwig van Beethoven (1770-1827) beschreiben Stadien musikalischer Evolutionsprozesse. Die reizvolle Veranstaltung findet Freitag, 27. Oktober, 19 Uhr statt. Der Eintritt zum Klavierabend beträgt im Vorverkauf zehn Euro und an der Abendkasse zwölf Euro.Das Konzert beginnt mit „Klaviersonate 1. X. 1905 ,Von der Straße´ (1905/1924)“ des Komponisten Janacek. Die Geschichte ihrer Entstehung wurzelt in Brünn. Als dort 1905 tschechische Bürger für die Errichtung einer zweiten nationalen Universität demonstrieren, kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei, in deren Verlauf der junge Tischler Frantisek Pavlák getötet wird. („Er kam nur, um für die Hochschule zu werben und ward von rohen Mördern ermordet“, heißt es im Vorspruch zu der Sonate). Janacek setzte dem Mann aus dem Volk ein Denkmal. Unter direktem Eindruck des Geschehens schrieb er seine einzige Klaviersonate. Es schließen sich die von Györgi Ligeti 1985 komponierten „Études pour piano premier livre“ an. Den französischen Titel wählte Ligeti als eine Reverenz vor dem bedeutendsten Autor von Etüden im 20. Jahrhundert: Debussy. Ein ausgesprochen körperlich-taktiles Element bestimmt noch komplizierteste Abläufe dieser Musik. Der spielerische Impuls ist ein Element dieser weder tonalen noch atonalen, „modernen“ noch traditionellen Musik. Ein weiteres Element ist das Spiel mit dem Rhythmus. „Illusionsrhythmik“ nennt Ligeti die sich überlagernden rhythmischen Raster und versucht damit, optische Effekte, etwa die paradoxen Perspektiven eines Maurits Escher, ins Akustische zu übertragen. Die Diabelli-Variationen sind Früchte einer für Beethoven nicht untypischen Vergesslichkeit. So war der Komponist als säumiger Lieferer bekannt. Als der Wiener Verleger und Komponist Anton Diabelli eine Reihe von Komponisten um je eine Variation eines von ihm selbst verfassten Walzers bat, war Beethoven wie immer zu spät dran. Darauf aufmerksam gemacht, beeilte er sich, seine Zusage einzulösen, geriet aber bei der Arbeit in Begeisterung und lieferte statt einer 33 Variationen. Diabelli war entzückt und druckte das Ganze als selbständiges Opus, während die weiteren, termintreuen Lieferanten erst noch ein Jahr warten mussten, bevor sie ihre Variationen im Druck sahen (unter ihnen auch Schubert und der junge Liszt). Der Pianist Thomas Hell braucht über Mangel an begeistertsten Resonanzen auf seine virtuosen Darbietungen nicht zu klagen. Vielfach ausgezeichnet, spielt Hell, der sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover absolvierte, zu internationalen Festivals auf, und werden seine Konzerte immer wieder gerne für die Übertragung im Rundfunk aufgezeichnet. Beim Label TACET erschien eine CD mit Werken von Reger und Schumann, die die Fachpresse hervorragend besprochen hat. Außerdem beschäftigt sich Hell mit der Klaviermusik des 20./21. Jahrhunderts. Zeitgenössische Komponisten vertrauen ihm hoffnungsfroh Uraufführungen an. Daneben wirkt er als Komponist und hat an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover einen Lehrauftrag für Klavier inne. |
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